Am Ende fehlt die Cleverness

Kein Durchkommen gab es oft für die Angreifer der SG H2Ku gegen die Abwehr des TV Willstätt - hier versucht sich Cornelius Maas / Foto: Gebhardt

 

SG H2Ku steigert sich beim 27:27 gegen Willstätt und hadert dennoch mit dem Remis

 

Im vorletzten Heimspiel des Jahres 2017 hat es für die SG H2Ku Herrenberg in einem turbulenten Spiel gegen den TV Willstätt nur zu einem Remis gereicht. Auch wenn das 27:27 (14:13) am Ende ein gerechtes Ergebnis darstellt, waren die Gastgeber vor allem mit Blick auf die Schlussphase enttäuscht. Mit einem Sieg am nächsten Samstag in eigener Halle gegen Weilstetten kann die Job-Sieben aber trotzdem auf einem Aufstiegsplatz überwintern.

 

Er hätte der Held des Abends werden können. Als sich Marvin Seeger, gestern trotz einiger „Fahrkarten“ mit zehn Treffern erfolgreichster Schütze der SG, genau eine Minute vor dem Schlusspfiff den Ball zur Ausführung eines insgesamt sechsten Strafwurfs schnappte, war allen in der Halle klar: Sollte der Ball beim Stande von 27:26 für die SG H2Ku versenkt werden, wäre der Gast aus Willstätt besiegt. Doch es kam anders. Der Wurf des Linksaußen klatschte ans Gebälk und der Tabellendritte aus der Ortenau bekam noch einmal fast eine Minute für seinen letzten Angriff. Prompt setzte es genau fünf Sekunden vor dem Abpfiff noch den Ausgleich durch Dinko Dodig.

Die Frage nach einem gewonnenen oder verloren Punkt beantworteten die Spieler beider Teams nach dem Schlusspfiff eindeutig. Während die Akteure des TV 08 im Spielerkreisel ein „Auswärtssieg“ skandierten, schlichen die Gastgeber einigermaßen bedröppelt vom Parkett der Markweghalle.

 

Allerdings hätte sich auch kaum jemand unter den etwa 400 Zuschauern  gewundert, wenn es erst gar nicht zu dieser dramatischen Schlussphase gekommen wäre. Zu routiniert spulten die Gäste in den ersten zwanzig Minuten ihr Pensum herunter und stellten die SG H2Ku vor größere Probleme.

 

Die Anfangsphase war zwar auf dem Papier ausgeglichen, trotzdem waren die Schwierigkeiten der Gastgeber im Angriff nicht zu übersehen. Vor allem der hünenhafte Mittelblock der wohl körperlich robustesten Mannschaft der Oberliga bereitete immer wieder Kopfzerbrechen. Lediglich Christian Rau schaffte es konstant, über die Abwehr zu kommen. Alexander Job forderte immer wieder „schlau spielen“. Dies taten zu Beginn aber eher die Gäste, die nach einem 6:6 durch fünf Tore in Folge eine Auszeit durch Alexander Job erzwangen. Dass diese dann innerhalb kürzester Zeit so effektiv fruchten sollte, war vor allem dem Verbund Abwehr/Tobias Barthold geschuldet. Und wenn die Defensive steht, klappt es auch oft besser im Vorwärtsgang.

 

Nach dem 7:12 in der 21. Minute fiel die Überlegenheit der Gäste urplötzlich wie ein Kartenhaus zusammen. Marvin Seeger und Sascha Marquardt sorgten praktisch im Alleingang mit vier bzw. drei Treffern für eine trotzdem eher schmeichelhafte Pausenführung von 14:13.

 

Die zweite Halbzeit gehörte zunächst erst einmal klar der SG H2Ku. Während der TV Willstätt von einer nun bärenstarken Abwehr fast in jedem Angriff ins Zeitspiel gedrängt wurde, machten die Hausherren in der Offensive meist kurzen Prozess. Grund genug für Willstätts Coach Markus Simowski, nach nur sechs Minuten in Halbzeit zwei, trotz nur einem Treffer Rückstand (17:16), eine Auszeit zu nehmen. Das allerdings änderte an der Szenerie erstmal nichts. Mehr noch, als beim Stande von 22:20 die Möglichkeit bestand, noch weiter davonzuziehen, glaubten oder hofften zumindest viele in der Halle auf eine Vorentscheidung. Hier zeigte sich aber die ganze Klasse und Cleverness des TV Willstätt. Fünf Minuten nach der Zwei-Tore-Führung fand sich der Gäuclub plötzlich wieder im Hintertreffen (23:24, 53.).

 

Das Feld für eine dramatische Schlussphase war bestellt, die Akteure taten den Zuschauern auch den Gefallen. Wiederum schlug die SG H2Ku zurück und konnte zweieinhalb Minuten vor dem Ende in Führung gehen (27:26). Der Rest ist bekannt und ließ enttäuschte Gastgeber zurück.

 

Für die SG H2Ku Herrenberg steht nun am kommenden Samstag das finale Spiel im Jahr 2017 auf dem Programm. Als Nachholpartie des 1. Spieltages empfängt die Mannschaft um Kapitän Christian Dürner in einem weiteren Topspiel den TV Weilstetten um 20 Uhr in der Markweghalle. Mit einem Erfolg könnte die SG dann auf einem Aufstiegsplatz in das Weihnachtsfest gehen.

 

Bilder zum Spiel gibt es auf unserer Facebookseite

 

 

 

-pg-

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Samstag, 28.04.2018, 20 Uhr

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