Clevere Gäste zerstören Heimnimbus der SG

Nicht immer fanden die SG-Angreifer die Lücke in der Gästeabwehr wie hier Christian Dürner / Foto: Gebhardt

 

Job-Sieben verliert gegen den TSV Weinsberg erstmals seit achtzehn Monaten ein Heimspiel in der Markweghalle

 

Durch ein 32:37 (14:21) gegen den TSV Weinsberg büßte die SG H2Ku Herrenberg die Führung in der Oberliga Baden-Württemberg ein und musste die siegreichen Gäste in der Tabelle an sich vorbeiziehen lassen. Der Erfolg des nunmehrigen Tabellenzweiten war dabei hochverdient und nur selten einmal in Gefahr.

 

Es dauerte eine Weile, bis sich Alexander Job nach der Partie gegen den TSV Weinsberg wieder emotional auf Normalhöhe befand. Noch bei der Pressekonferenz zeigte sich der Trainer der SG H2Ku Herrenberg mehr als enttäuscht über den Auftritt seines Teams gegen einen Gegner, der „uns heute klar unsere Grenzen aufgezeigt hat“. War am Dienstag im Heimspiel gegen Schwäbisch Gmünd die Startphase noch der Schlüssel zum Sieg, sollten am gestrigen Abend die ersten zwölf Minuten der Anfang vom Ende der achtzehnmonatigen Siegesserie in der Markweghalle sein.

 

Es war ein Spielauftakt, in dem alles, was hätte nicht passieren dürfen, eben doch passierte. Überhastete Angriffe führten zu Ballverlusten, die von den Weinsbergern im Stile einer Klassemannschaft immer wieder zu erfolgreichen Kontern genutzt werden konnten. Zudem ließ die offensive Abwehr der SG H2Ku gerade in der Anfangsphase immer wieder den Zugriff am Kreis vermissen. Als Alexander Job nach sieben Minuten seine erste Auszeit nahm, leuchtete bereits ein 2:7 von der Anzeigetafel. Mehr noch, nach zwölf Minuten führten die in dieser Phase wie entfesselt aufspielende Gäste beim 11:4 bereits mit sieben Toren Unterschied. Acht dieser elf Tore entfielen allein auf Kontertore oder Kreistreffer.

 

Als es über ein 8:12 dann nach 22 Minuten nur noch 11:14 stand, wuchs im Lager des bisherigen Spitzenreiters die Hoffnung auf eine Wende im Spiel. Doch schlug nun der TSV Weinsberg eiskalt zurück. Immer wieder angetrieben durch Alexej Prasolov, der neben seinen eigenen Toren auch seine Mitspieler in Szene setzte, schraubte der Gast das Ergebnis auf ein 14:21 zur Pause. An eine solch hohe Gegentrefferzahl bis zum Halbzeitpfiff konnte sich wohl kaum einer der knapp 500 Zuschauer erinnern.

 

Mit dem Wiederanpfiff keimte dann noch einmal so etwas wie Hoffnung auf eine erfolgreiche Aufholjagd auf. Vor allem nach dem Doppelschlag von Cornelius Maas zum 20:24 kam jetzt auch wieder die Halle zum Zug. Doch wie schon in Halbzeit eins wurde der kurzzeitige Lauf nicht für eine Trendwende genutzt. Unter anderem sorgten zwei vergebene Konterchancen dafür, dass der Gästevorsprung einfach nicht schmelzen wollte. Dazu gesellten sich „Undiszipliniertheiten“, wie es Alexander Job später nannte, mit denen sich sein Team selbst das Leben schwer machte. Damit gemeint waren unnötige Zeitstrafen oder das Ausbrechen aus dem taktischen Konzept. Was dem Trainer ebenfalls missfiel, war die fehlende Aggressivität im Abwehrverbund. Physisch und auch psychisch war die SG-Sieben ihrem Gegner immer die berühmte Zehntelsekunde hinterher. Genau dies war in den vorangegangenen Partien aber noch der Schlüssel zum Sieg gewesen. So aber wurden gestern oftmals die Torhüter allein gelassen.

 

Am Ende ein 32:37 im Spielprotokoll, das vielleicht auch zum rechten Zeitpunkt kam. „Wichtig ist, dass wir aus unseren Fehlern lernen“, hofft Alexander Job auch auf eine positive Wirkung der Niederlage. Auf jeden Fall einen positiven Fakt gab es gestern zu vermelden. In den letzten Minuten kam unter dem Beifall der Zuschauer Dominic Rose zurück auf das Parkett der Markweghalle. Der 22- jährige, der ein halbes Jahr wegen einer Verletzung gefehlt hat, erzielte auch gleich einen Treffer und eröffnet dem Spiel der SG H2Ku nun wieder mehr taktische Möglichkeiten. Möglichkeiten, die das Team neben dem Pokalspiel am Dienstag in eigener Halle gegen Deizisau auch unbedingt am kommenden Samstag beim Auswärtsspiel in Neckarsulm gebrauchen kann.

 

Bilder zum Spiel gibt es auf unserer Facebookseite

 

 

 

-pg-

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Samstag, 16.12.2017, 20:00 Uhr

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