Das Bangen ist größer als die Freude

Auf eine kurze Ausfallzeit für Dominic Rose (re.) hofft das ganze Lager der SG H2Ku / Foto: P. Gebhardt

 

SG H2Ku bezwingt nach grandioser erster Hälfte den TSV Zizishausen mit 34:28 und bangt zugleich um seinen Spielmacher

 

Die SG H2Ku Herrenberg hat nach der Heimniederlage in der vergangenen Woche in die Erfolgsspur zurückgefunden. Beim 34:28 (21:14) gegen den TSV Zizishausen erlebten dabei die 400 Zuschauer in der Markweghalle in Halbzeit eins ein Offensivfeuerwerk der Gastgeber. Als am Ende die Kraft schwand, kamen die Gäste noch einmal gefährlich in Reichweite.

 

Ein Handballspiel schreibt stets eine eigene Geschichte. Gestern hätte es zum Beispiel die von der Rückkehr des Cornelius Maas an seine alte Wirkungsstätte sein können. Oder auch die Geschichte eines Marvin Seeger, der gestern dermaßen kaltschnäuzig seine Chancen verwandelte, dass man aus der Begeisterung kaum heraus kam. Auch eine Schlagzeile über den Rest der Mannschaft, die am gestrigen Abend über sich hinauswuchs, um mit aller Macht beide Punkte zu erkämpfen, wäre möglich gewesen.

 

Stattdessen wurde es die Geschichte von Dominic Rose. Der Spielmacher der Herrenberger, der momentan in herausragender Verfassung ist, verdrehte sich nach knapp vierzig Minuten im Zweikampf so unglücklich das Knie, dass an ein Weiterspielen nicht mehr zu denken war. Die Verletzung, von der man nun im gesamten SG-Lager hofft, dass sie keine weitreichenden Folgen hat, trübte natürlich die Stimmung nach dem Sieg gegen einen starken Aufsteiger. „So recht kann ich mich nicht über den Sieg freuen“, sprach dann auch Alexander Job den meisten Anwesenden aus der Seele.

 

Stolz war der Trainer der SG H2Ku auf sein Team aber allemal. „Es war sehr nahe am Optimum, was meine Mannschaft offensiv in der ersten Hälfte geleistet hat“. In der Tat fanden die Gastgeber immer wieder Lösungen gegen die 5:1- Abwehr der „Schnaken“, die auch später mit ihrer 6:0- Umstellung den Tatendrang der Hausherren kaum bremsen konnten. Dabei war taktisch eine Menge Kreatives von Alexander Jobs Team zu sehen. Auflösen an den Kreis von Marvin Seeger, die überraschenden Wechsel von Dominic Rose und einem überzeugenden Max Fuhrmann im Rückraum. Zudem hatte sich Sandro Münch anfangs komplett als Vorlagengeber gezeigt. Sein erster Wurf kam erst nach knapp zwanzig Minuten. Dass es ein Treffer war, sollte nur eine Randnotiz werden, so überzeugend trat die SG im Vorwärtsgang auf.

 

In der Defensive gab es allerdings noch einiges an Sand im Getriebe. Zuallererst lag dies aber auch an der Qualität des Aufsteigers. Der Rückraum des TSV Zizishausen stellte die Hausherren doch einige Male vor ernsthafte Probleme. Allen voran nagelte Max Friessnig fast jeden seiner insgesamt zehn Treffer unhaltbar in die Maschen.

Im Verlauf der ersten Hälfte wurden die Gäste dann aber teilweise Opfer ihrer eigenen Taktik. Von Beginn an das Tempo hochhaltend, um so vielleicht am Ende den breiteren Kader nutzen zu können, unterliefen ihnen nach der ausgeglichenen Startviertelstunde doch einige Fehler zu viel, die von der SG postwendend bestraft wurden.

So wurde aus einem 8:8 nach elf Minuten ein 18:10 fünf Minuten vor der Halbzeit. Das 21:14 zum Pausenpfiff war ein Zeugnis der Herrenberger Offensivqualitäten.

 

Nach dem Seitenwechsel ging dieses Spielchen zunächst unvermindert weiter. Nach 35 Minuten war mit dem 24:15 der höchste Vorsprung des Spiels erreicht. Es war aber auch der Zeitpunkt, in dem Dominic Rose seine Knieverletzung ereilte. Man hatte fast den Eindruck, dass die ganze Mannschaft etwas geschockt war und ihren Spielfaden zusehends verlor. Die Gäste holten nun binnen weniger Minuten Tor um Tor auf. Beim 24:20 (39.) waren es nur noch vier Treffer, die beide Teams voneinander trennten. Auch wenn Sascha Marquardt und Marvin Seeger noch einmal auf 26:20 stellen konnten, die Gäste witterten Morgenluft. Und das, obwohl auch ihnen mit Marc Reinl ein Leistungsträger durch eine Handverletzung nicht mehr zur Verfügung stand.

 

Als elf Minuten vor dem Ende der Anschluss zum 28:25 fiel, war dann vielleicht sogar eine Wende möglich. Längst hatten die Gastgeber ihre letzten Reserven ausgepackt. Dass es noch einmal eng werden könnte, war für Alex Job derweil keine Überraschung. „Ohne große Wechseloptionen gibt es zwangsläufig bei allen Spielern Konzentrationsschwächen, die auf den Kräfteverschleiß zurückzuführen sind“.

 

Umso erfreulicher für ihn, dass seine Mannschaft gestern „sogar über ihre Schmerzgrenze gegangen ist“. So konnte die SG H2Ku den knappen Vorsprung in die letzten fünf Minuten retten. Nach dem 31:28 von Cornelius Maas zog der Trainer noch einmal einen Trumpf. „Ich habe zu Nico gesagt, ich brauche zwei Bälle von ihm“. Gemeint war Torhüter Nicolas Rhotert, der in den abschließenden fünf Minuten das Tor hütete. Dieser beließ es allerdings nicht bei den geforderten zwei Paraden, sondern hielt seinen Kasten komplett sauber und ermöglichte so ein 34:28, das am Ende hochverdient war, aber um das eine oder andere Tor zu hoch ausfiel.

 

Mit dem Sieg gegen den TSV Zizishausen verabschiedete sich die Mannschaft gleichzeitig von ihrem Publikum für das Jahr 2018. Allerdings stehen noch zwei schwierige Auswärtsspiele auf dem Programm. Am Samstag gastier die Job-Sieben in Weinsberg, bevor es eine Woche später sonntags nach Neckarsulm geht.

 

Bilder zum Spiel gibt es auf unserer Facebookseite

 

 

 

-pg-

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