Das Team zieht sich aus dem eigenen Sumpf

Grenzenloser Jubel und Erleichterung nach dem Sieg in Steißlingen / Foto: Gebhardt

 

Nach einer schwachen ersten Hälfte siegt die SG H2Ku in einem wahren Krimi noch mit 27:26 beim TuS Steißlingen

 

Die SG H2Ku Herrenberg hat wieder in die Erfolgsspur zurück gefunden. Beim 27:26 (11:12) in Steißlingen blieben aber viele spielerische Wünsche noch offen. Vor allem die kämpferische Steigerung in der zweiten Halbzeit sicherte den für die Psyche enorm wichtigen Sieg im Hegau. Vorerst klettert der Gäuclub mit dem Erfolg auf den vierten Tabellenplatz.

 

Der Stein, der den Spielern der SG H2Ku Herrenberg nach dem Schlusspfiff vom Herzen fiel, war förmlich bis auf die Tribünen der Steißlinger Sporthalle im Mindlestal zu hören. Soeben hatte der zuletzt enttäuschende Oberligist aus Herrenberg beim heimstarken TuS einen extrem wichtigen Auswärtssieg einfahren können. Die Hausherren standen hingegen trotz einer über weite Strecken couragierten Leistung gegen den Favoriten mit leeren Händen da.

 

Der Siegeswillen beider Teams war indes nicht unbedingt von Beginn an zu erkennen. Zu tief saßen die Nachwehen der klaren Niederlagen, die sowohl der TuS Steißlingen als auch die SG H2Ku in der Vorwoche hinnehmen mussten. Unsichere Ballpassagen, wenig Druck im Angriff, beide Mannschaften wollten offensichtlich Fehler gleich in der Anfangsphase vermeiden. Aber genau dies war zunächst die Folge. Letztlich waren es die Schützlinge von Gästetrainer Alex Job, die scheinbar zuerst ihre Startschwierigkeiten überwinden konnten. Das 3:5 durch Herrenbergs erfolgreichsten Schützen, Christian Rau, nach 13 Minuten war aber keineswegs der Startschuss für erfolgreichen Handball. Vielmehr sollte es eher das Wecksignal für einen TuS Steißlingen sein, der früh schon merkte, dass der Favorit am gestrigen Abend durchaus schlagbar war.

 

Sechs torlose Minuten der SG H2Ku reichten, um die Partie erstmals kippen zu lassen. Das 8:5 war praktisch die Konsequenz aus der Inkonsequenz. Ballgewinne in der Abwehr wurden nicht mit eigenen Toren belohnt, Angriffe wurden zu ungeduldig abgeschlossen. Es fehlte ganz einfach die mentale Frische, um den Gegner auf Distanz halten zu können. Ein Kreislauf, der sich bis zum Halbzeitpfiff nicht änderte. Das knappe 12:11 zur Pause für den Aufsteiger war nur dessen eigenen Fehlern und SG-Torhüter Tobias Barthold zu verdanken, der seine Mannschaft mit einer guten Leistung im Spiel hielt.

 

Der zweite Abschnitt begann eigentlich symptomatisch. Während Marvin Seeger für die Gästefarben nur den Innenpfosten traf und den Ausgleich knapp verfehlte, erhöhte der Gastgeber im Gegenzug auf 13:11. Es sind in der Regel solche Szenen, die Sieger und Verlierer oft früh erahnen lassen. In der Tat lief das Spiel bis zur 43. Minute beim Stande von 19:17 so weiter. Als auch noch der in der Deckungsarbeit überzeugende Jannis Mezger eine Zeitstrafe für die SG H2Ku kassierte, schien nur noch wenig für den Favoriten zu sprechen. Längst hatte der TuS Steißlingen seine Unsicherheit abgelegt, so schien es zumindest.

 

Doch Zwei-Minuten-Hinausstellungen konnte die Job-Sieben gestern kaum schocken. Gleich elfmal, bisweilen auch diskussionswürdig,  schickten die beiden Unparteiischen SG-Akteure zum Abkühlen auf die Bank.

Und so erwachte plötzlich die SG H2Ku und spielte phasenweise den Handball, zu dem sie eigentlich in der Lage ist. Die Abwehr stand aufmerksam und belohnte sich nun auch für die gute Defensivarbeit. Ein 6:1-Lauf bis zur 43. Minute ließ die Partie nun zu Gunsten der Gäste kippen. Das dies noch nicht für einen sicheren Sieg reichen sollte, war jedoch klar. Das Selbstvertrauen, was sich die Mannschaft aber in der kurzen Erfolgsphase aufgebaut hatte, erwies sich nun als Gold wert.

 

Auch wenn wiederum nicht alle Vorgaben umgesetzt wurden, die Alex Job in seinen Auszeiten gefordert hatte, behielten die Spieler den Kopf meist oben. Knapp zwei Minuten vor dem Ende glich der starke Maurice Wildöer für den TuS Steißlingen aus, der Rest war in der brodelnden Stimmung der Mindlestalhalle Nervensache. Christian Dürner brachte sein Team 50 Sekunden vor dem Abpfiff in Führung, der TuS kam im Gegenzug nicht an Tobias Barthold vorbei. Eigentlich der Sieg. In der folgenden offenen Manndeckung verlor Cornelius Maas aber den Ball. Sieben Sekunden scheinbar bis zur Ewigkeit. Doch  konnte Sascha Marquardt den letzten Wurf blocken. Was folgte, war grenzenloser Jubel auf Gästeseite und ein Gastgeber am Boden.

 

Bilder zum Sieg gibt es auf unserer Facebookseite

 

 

 

-pg-

 

Um jeden Zentimeter, hier Sascha Marquardt, wurde gekämpft

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