„Das war ein kollektiver Blackout“

Kaum ein Durchkommen gab es für die SG-Angreifer - hier versucht sich Yannik Schopp / Foto: P. Gebhardt

 

Nach einer schwachen Vorstellung beim TSV Zizishausen stecken die Handballer der SG H2Ku Herrenberg mitten im Abstiegskampf

 

Nichts ging am Samstagabend für die Oberligahandballer der SG H2Ku Herrenberg. Beim bisherigen Vorletzten der Tabelle, dem TSV Zizishausen, unterlag das Gerstlauer-Team sang-und klanglos mit 16:31 (4:14). Dabei verpuffte auch relativ schnell das Überraschungsmoment durch die Blitz-Comebacks von Christian Dürner und Tobias Barthold. Mit dieser Niederlage rutschen die Herrenberger nun auf den 13. Tabellenrang ab.

 

Das gab es lange nicht mehr. Viele der eingefleischten Fans der SG H2Ku verweigerten der Mannschaft nach dem Schlusspfiff in der Nürtinger Theodor-Eisenlohr-Halle den eigentlich obligatorischen Schlussapplaus. Es war der fast logische letzte Akkord in einem Spiel, das auch von Trainer Fabian Gerstlauer als „das schwächste der Saison“ eingestuft wurde. Dabei war noch vor Beginn der Partie klar gewesen, wie wichtig das Duell für beide Teams sein wird.

 

Und so hatten sich die Verantwortlichen der Herrenberger auch einige Überraschungsmomente zurechtgelegt. Für den verletzten Marvin Heinz rückte mit Tobias Barthold der schon lange verabschiedete Torwartroutinier ins Gehäuse der Gäste. Zudem feierte auch noch der inzwischen 37-jährige Christian Dürner ein Comeback, nachdem mit Max Fuhrmann und Dominic Rose zwei wichtige Rückraumspieler verletzungsbedingt ausfielen.

 

Beide „Neuzugänge“ saßen allerdings die ersten Minuten auf der Bank. Georg Mohr mit zwei Paraden im Tor und Sandro Münch in der Offensive sorgten für das 1:0 nach zwei Minuten. Was wohl niemand ahnen konnte: Es sollte die letzte Führung der SG H2Ku Herrenberg im gesamten Spiel bleiben. Es folgten zunächst sieben Minuten ohne eigenen Torerfolg, bevor wiederum Münch auf mittlerweile 4:2 verkürzen konnte. Cornelius Maas und Timo Wolf setzten in der Anfangsphase für den TSV Zizishausen die meisten Akzente. Während Wolf überzeugende sechzig Minuten bot, konnte es sich die ehemalige Herrenberger Maas sogar leisten, nach der starken Anfangsphase schon früh einen Gang zurückzuschalten.

 

Das lag auch daran, dass die Gäste gerade in der Offensive eine erschreckend schwache Vorstellung boten. Bis zum Anschluss zum 5:3 in der elften Minute durch Christian Dürner, der ebenso wie Tobias Barthold inzwischen im Spiel war, war die SG H2Ku noch in Schlagdistanz. Doch schon hier war klar, dass sich der Gäu-Club jeden Treffer hart erarbeiten müsste. Das lag zum einen an Kai Augustin, der das Tor des TSV Zizishausen nahezu vernagelte. Zum anderen aber machten es die Gäste ihren Gegenspielern auch relativ leicht. „Wir hatten viel zu wenig Tempo und Bewegung im Angriff. Insgesamt waren die Aktionen zu halbherzig“, hatte auch Fabian Gerstlauer schnell erkannt. So musste er genauso wie die mitgereisten Fans bis eine halbe Minute vor dem Pausenpfiff warten, ehe nach diesmal neunzehn torlosen Minuten Marvin Seeger zum 13:4 verkürzen konnte. Das 14:4 zum Seitenwechsel war da fast schon nur noch eine Randnotiz.

 

Dass sich die SG H2Ku für die zweite Hälfte noch etwas vorgenommen hatte, war daran zu erkennen, dass die Mannschaft schon nach wenigen Minuten wieder zurück auf dem Parkett war. Es blieb allerdings der einzige Beweis der Wiedergutmachung für die schwache erste Halbzeit. Zwar blieb es durch Janne Böhm erneut den Gästen vorbehalten, den ersten Treffer zu erzielen (14:5), doch genau zehn Minuten später war schon nach den gespielten vierzig Minuten beim Stande von 21:7 das Debakel perfekt.

 

Die restliche Spielzeit plätscherte das Spiel fast dahin. Beim TSV Zizishausen durfte sich fast jeder Spieler in die Torschützenliste eintragen, bei der SG H2Ku standen dagegen nur Einzelaktionen im Vordergrund. Der Schlusspfiff nach dem 31:16 dürfte den Spielern aus dem Gäu fast schon wie eine Erlösung vorgekommen sein.

Für Fabian Gerstlauer steht nun die Aufarbeitung der Niederlage an. „Wir werden diesen kollektiven Blackout schonungslos analysieren und gegensteuern“, kündigt Gerstlauer an. Eines stellte er aber auch klar: „In der jetzigen Situation auf das Team einzuschlagen, bringt uns nicht weiter“.

Am kommenden Samstag gastiert die SG H2Ku in Weilstetten und hat beim Tabellenzehnten die Chance auf Rehabilitation.

 

 

-pg-

Männer
Nächstes Heimspiel

Sonntag, 15.12.2019, 17 Uhr

TVS Baden-Baden

Markweghalle Herrenberg

Kalender SG H2Ku 2020
Werden Sie Pate im Oberligateam der Männer
Top-Sponsoren
Ausrüster