Der Bigpoint wurde mehrfach verpasst

Nicolas Rhotert (hier gegen Robin Brandner) nutzte seine Einsatzzeit zu einer überzeugenden Vorstellung / Foto: P. Gebhardt

 

SG H2Ku kämpft sich nach großem Rückstand zurück und verliert dennoch in eigener Halle gegen eine starke Plochinger Sieben die Partie und zwei weitere Akteure

 

Mit dem 31:34 (13:18) gegen den TV Plochingen hat die SG H2Ku Herrenberg ihren dritten Rang in der Oberliga Baden-Württemberg vorerst verloren und rutscht mit 14:10 Punkten auf Platz sechs ab. Unmittelbar davor steht hingegen nun der TVP, der im fünften Anlauf den ersten Sieg gegen die Herrenberger Spielgemeinschaft einfahren konnte.

 

Es gab am Ende der Partie sicher keine zwei Meinungen über den Fakt, dass die Plochinger letztendlich als verdienter Sieger vom Parkett gingen. Während die Gastgeber nach einem großen Kampf enttäuscht mit leeren Händen dastanden, war Gästetrainer Daniel Brack die gute Laune auf der Pressekonferenz förmlich ins Gesicht geschrieben.

„Da bin ich als Trainer natürlich verantwortlich“. Mit einem Schuss Selbstironie konterte der ehemalige Erstligaspieler nicht etwa seinen Anteil am Erfolg in Herrenberg, sondern die Frage von Moderator und Hallensprecher Thomas Deines, warum der TV Plochingen im bisherigen Saisonverlauf die vorhandene Qualität nicht immer aufs Parkett bringen kann. In der Tat hatte der Gäuclub damit zu kämpfen, dass Plochingen eine solch starke Leistung ausgerechnet  in der Markweghalle abrufen konnte.

 

Kämpfen ist auch das richtige Wort, mit dem die 500 Zuschauer in den ersten Minuten konfrontiert wurden. Die Gäste, die von Beginn an mit ihren ehemaligen SG-Akteuren Lukas Fischer, Robin Brandner und Marvin Fuß aufliefen, ließen in der Abwehr kaum Räume zu. Während Daniel Brack später von der besten Leistung in der Defensive seiner Mannschaft, zumindest in Halbzeit eins, sprechen konnte, monierte sein Gegenüber die Undiszipliniertheit seines Teams. „Wir haben uns in zu vielen Zweikämpfen aufgerieben, anstatt den Ball länger laufen zu lassen“, kritisierte Alex Job sein Team. So wurden schon im ersten Durchgang die ohnehin weinigen Treffer mit hohem Aufwand erzielt, während die Gäste viel einfacher zu ihren Torerfolgen kamen.

Allen voran zeigte Lukas Fischer eine bärenstarke Leistung. Der Spielmacher und Torschütze vom Dienst glänzte in Halbzeit eins bei den Gästen meist eher mit guten Anspielen als mit eigenen Torerfolgen. Nutznießer dessen war meist mit Kreisläufer Julian Mühlhäuser ein Youngster bei den Plochingern, der sogar von Alexander Job ein Sonderlob erhielt. „Wir hatten überhaupt kein Mittel gegen dieses Spiel. Von Julian Mühlhäuser kann man sicher noch einiges erwarten“, so der Coach der Hausherren.

 

Und so nahm das Unheil schon relativ zeitig seinen Lauf. Der einzigen Führung durch Sandro Münch beim 1:0 folgte ein 2:4 (8.) und 9:11 (20.). Die letzten zehn Minuten waren dann eine Demonstration des TVP. Innerhalb von fünf Minuten war der Vorsprung auf sieben Treffer angewachsen (10:17). Zu allem Überfluss verletzten sich auch noch Christian Dürner und Alexander Zürn. Während beim Kapitän die alte Wadenverletzung wieder aufbrach, hatte sich Rechtsaußen Zürn eine unglückliche Fingerverletzung zugezogen. Für beide war so noch weit vor dem Pausentee die Partie gelaufen.

Dass es zum Halbzeitpfiff dann 13:18 stand, war fast schon ein wenig schmeichelhaft für die SG H2Ku.

 

Die zweite Hälfte stand damit unter extrem schlechten Vorzeichen. Nur noch ein Wechselspieler und der zweite Torwart Nicolas Rhotert ließen die Auswechselbank mehr als übersichtlich werden. Dass aber gerade der Wechseltorwart die Initialzündung zur Aufholjagd sein sollte, war vorher nicht absehbar. Rhotert, der für den zuletzt so überzeugenden Marvin Heinz ins Gehäuse kam, lief im zweiten Durchgang richtig heiß und ließ die Markweghalle kochen. Allerdings bedurfte es der Aufholjagd noch eines weiteren Puzzlesteins. Die rote Karte für Marvin Fuß, der für die Plochinger bis dahin einen überzeugenden Abwehrpart abgab, brachte die Gäste zeitweise aus ihrem Konzept.

 

Knapp zehn Minuten brauchte die SG H2Ku, um aus einem 18:25 ein 25:26 zu machen. Der Bigpoint zum Ausgleich wollte aber partout nicht gelingen. Gleich drei Mal hatten die Hausherren die Möglichkeit, auf Remis zu stellen, jedes Mal wurde die Chance vergeben. „Hier hätten wir vielleicht noch einmal Kräfte freisetzen können“, sinnierte nach Spielschluss Alex Job. Es kam aber anders. Der TV Plochingen machte zwei Tore und hatte beim eigenen 28:25 eine Art Vorentscheidung erreicht.

 

Die Kräfte schwanden nun zusehends, die Konzentration dadurch ebenfalls. Auch wenn die Gastgeber alles mobilisierten, es gelang keine Wende mehr. Vor allem gab es im Rückraum nun überhaupt keine personellen Alternativen mehr. Die Gäste fuhren den Erfolg nun clever nach Hause. Das 34:31 war vor allem auch deshalb verdient, weil die Gäste nach dem 0:1 nie wieder im Rückstand waren.

 

Alexander Job machte ob der gezeigten Leistung seiner Mannschaft trotz der Niederlage ein großes Lob. Vor allem Dominic Rose lieferte sich ein packendes Duell mit Lukas Fischer um den besten Spieler der Partie. Marvin Seeger hingegen zeigte sich wieder in alter Stärke und konnte acht Treffer markieren.

Am kommenden Samstag trifft die SG H2Ku im letzten Heimspiel des Jahres auf den TSV Zizishausen. Dann wird es auch ein Wiedersehen mit Cornelius Maas geben, der bis zur letzten Saison das Trikot der Herrenberger trug.

 

Bilder zum Spiel gibt es auf unserer Facebookseite.

 

 

-pg-

Männer
Nächstes Heimspiel

Samstag, 02.02.2019,20:00 Uhr

HSG Konstanz 2

Markweghalle Herrenberg

Texma Lagerverkauf Montag bis Freitag 8:00 bis 17:30 Uhr Samstag nach Vereinbarung
WM in Deutschland und Dänemark
Top-Sponsoren
Ausrüster