Der Endspurt wird nicht mehr belohnt

Marvin Seeger war mit acht Treffern erfolgreichster Werfer der SG / Foto: P. Gebhardt

 

SG H2Ku Herrenberg unterliegt dem Tabellenvierten TVS Baden-Baden in eigener Halle denkbar knapp mit 26:27

 

Trotz einer über weite Strecken guten Leistung unterlagen die Oberligamänner der SG H2Ku Herrenberg zum Abschluss der Hinrunde dem TVS Baden-Baden mit 26:27 (14:12). Den Ausschlag zu Gunsten des Tabellenvierten gaben letztlich fünfzehn schwache Minuten der Hausherren, die den Gast bis auf sieben Tore davonziehen lassen musste.

 

Wie ein Häufchen Elend saß Jannis Mezger nach dem Schlusspfiff auf der Wechselbank der SG H2Ku. Soeben hatte der halbrechte Rückraumspieler beim Stand von 26:27 den letzten Wurf auf das Tor des TVS Baden-Baden vergeben. Vergeben war damit auch der eigentlich schon nicht mehr für möglich geglaubte Punktgewinn. Vorwürfe indes wollte und konnte auch niemand im Team des Tabellenelften dem Schützen machen. Mezger hatte in den sechzig Minuten zuvor eine beherzte Partie in Abwehr und Angriff geboten und aus ähnlicher Position vorher fünf Mal sicher eingenetzt. Nein, die Ursachen für die knappe Niederlage waren woanders zu suchen.

 

Der Beginn der Partie verhieß erst einmal die nahtlose Fortsetzung des Doppelpunktgewinns in Weilstetten. Mit Kampf, Leidenschaft und Spielfreude wurde dem TV Sandweier früh der Zahn gezogen. Schon der frech und direkt verwandelte Freiwurf zum 2:0 von Alexander Zürn ließ die knapp 500 Zuschauer auf Betriebstemperatur bringen. Als Marvin Seeger, der sich bei seinen insgesamt acht Treffern besonders im Gegenstoß hervortat, schließlich einen Dreierpack zum 7:3 nach gerade einmal 10 Minuten schnürte, hatte Gästecoach Sandro Catak genug gesehen und bat seine Spieler zur Auszeit. Zunächst erst einmal ohne größeren Erfolg. Zumindest aber wurde der Vorsprung der SG H2Ku nicht mehr vergrößert.

 

Nach etwa zwanzig Minuten hatte der TVS das Spiel dann besser im Griff. Vor allem der Angriff der Hausherren musste sich nun jedes Tor hart erarbeiten. Auch deshalb, weil der sehr spielfreudige Sandro Münch im Spielverlauf immer mehr an die kurze Leine genommen wurde. In den letzten zehn Minuten vor dem Pausenpfiff gelang der SG H2Ku lediglich ein Treffer im Vorwärtsgang. Allein vier freie Würfe fanden den Weg nicht ins Gehäuse der Gäste.

Trotzdem, auf Grund der bärenstarken Abwehr mit einem überzeugenden Marvin Hein im Tor hätte der Vorsprung zum Pausenpfiff mehr als die zwei Treffer beim 14:12 betragen müssen.

 

Der zweite Durchgang war zunächst eine Fortsetzung der Vorpausenszenerie. Langsam, aber sicher kämpfte sich Baden-Baden weiter heran. In der 42. Minute war dann die erste Führung des Tabellenvierten fällig (17:18). In dieser letztlich spielentscheidenden Phase, gelang der SG H2Ku Herrenberg über acht Minuten kein Treffer, die Gäste hingegen zogen auf 17:23 davon. Als Markus Koch für den TVS zwei Minuten später zum 18:25 traf, war die Entscheidung praktisch gefallen. „In solchen Phasen müssen wir unbedingt cleverer agieren“, ärgerte sich Coach Fabian Gerstlauer über die zahlreichen Fehler seiner Spieler.

 

Dass es trotzdem noch einmal eng wurde, lag daran, dass der TVS Baden-Baden nun unkonzentrierter wurde und die Hausherren diese Offerte dankbar annahmen. Beim 23:26 in der 55. Minute durch Marvin Seeger war auch das Publikum wieder da. Volle fünf Möglichkeiten vergab die SG H2Ku allerdings in kurzer Folge. Da aber die Gäste in der Schlussphase kaum noch etwas Strukturiertes aufs Parkett brachten, langte der Gastgeber nochmals zu. Jannis Mezger blieb es im Hexenkessel Markweghalle vorbehalten, das 26:27 zu erzielen. Und tatsächlich gehörte der SG H2Ku noch einmal der letzte Angriff. Der Rest ist bekannt.

 

Auf der abschließenden Pressekonferenz waren sich indes beide Trainer einig, dass ein Remis durchaus gerecht gewesen wäre. Gästetrainer Catak dürfte dieses Kompliment an die Gastgeber mit zwei Punkten im Gepäck sicher leicht gefallen sein.

Die Hinrunde beendet die SG H2Ku Herrenberg mit dieser Niederlage auf Rang 13, hat aber am kommenden Samstag im ersten Rückrundenspiel in eigener Halle gegen NSU Neckarsulm die Chance auf einen versöhnlichen Jahresabschluss.

 

 

-pg-

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