Der „Lucky Shot“ sorgt für Ekstase

Sandro Münch hat gerade zum entscheidenden Treffer eingenetzt / Foto: P. Gebhardt

 

SG H2Ku bezwingt in einem dramatischen Spiel die TSG Söflingen in der Schlusssekunde mit 29:28

 

Erneut hat die SG H2Ku Herrenberg für Furore in einem Heimspiel gesorgt. Mit einer Energieleistung bezwang das Gäu-Team die favorisierte TSG Söflingen denkbar knapp mit 29:28 (12:10). Dabei fiel das entscheidende Tor in der letzten Sekunde mit einem Wurf von Sandro Münch aus mehr als dreizehn Metern.

 

Der TSG Söflingen bleibt in Herrenberg in den letzten Jahren wohl nichts erspart. Hielt im Vorjahr Torwart Marvin Heinz mit einem parierten Strafwurf in der letzten Sekunde gegen die Rand-Ulmer den knappen Sieg fest, war es diesmal fast noch einmal dramatischer.

Es waren noch sechs Sekunden zu spielen, als der TSG Söflingen in Person von Moritz Bittner der Ausgleich zum 28:28 gelang. Eigentlich ein für die SG H2Ku durchaus annehmbares Unentschieden. Eigentlich. Fabian Gerstlauer jedoch sprintete in einem Tempo, das jedem Spieler zur Ehre gereicht hätte, zum Zeitnehmertisch und legte die grüne Karte ab. Eine letzte Besprechung sollte für die nun verbliebenen vier Sekunden klären, wie das fast Unmögliche erreicht werden sollte. Und tatsächlich, nach dem Anwurf lief Sandro Münch in Richtung Tor und verwandelte aus mehr als dreizehn Metern mit einem Aufsetzer zum 29:28. Danach brachen in der Markweghalle alle Dämme. Die etwa 500 Zuschauer feierten mit der Mannschaft einen Sieg, der einige Minuten vorher noch fast außer Reichweite lag.

 

Die Gäste aus Söflingen begannen in dem sehr intensiv gespielten Duell mit der erwarteten offensiven Abwehr. Gerade Lukas Francik auf der weit vorgezogenen Position machte den Angreifern der SG H2Ku das Leben schwer. So war es fast schon folgerichtig, dass allein in den ersten zehn Minuten fünf technische Fehler provoziert wurden. „Wir mussten uns auf dieses System natürlich in der Anfangsphase einstellen“, so Fabian Gerstlauer. Was den Herrenberger Coach weit mehr ärgerte, war die Chancenverwertung in der ersten Halbzeit. „Da haben wir zu viel freie weggelassen“, haderte Gerstlauer etwas nach Spielende. Im gleichen Atemzug fand er aber auch lobende Worte für seine Abwehr. Diese ließ in der ersten Hälfte ganze zehn Treffer zu und sorgte dafür, dass zum Seitenwechsel eine Zwei-Tore-Führung notiert werden konnte (12:10). Für eine Schrecksekunde sorgte allerdings noch ein unglücklicher Zusammenprall zwischen Herrenbergs Alexander Zürn und Söflingens Lukas Francik. Der Gästeakteur musste noch während der Partie im Krankenhaus mit einer klaffenden Wunde über dem Auge genäht werden, konnte aber nach Spielende größtenteils Entwarnung geben.

 

Der zweite Abschnitt stand allerdings anfangs klar im Zeichen der TSG Söflingen. Der Tabellenfünfte stellte im Angriff auf permanentes Überzahlspiel um. Dass dieses sieben gegen sechs ausgerechnet die Bachelorarbeit von Gästecoach Steffen Klett unter Rolf Brack an der Stuttgarter Uni war, mussten die Hausherren leidvoll erfahren. „Mit unserer 6:0- Abwehr hatten wir gar keine Chance“, musste Fabian Gerstlauer anerkennen. Bastian Klett traf für die Söflinger immer die richtigen Entscheidungen. So ging es über ein 15:15 (35.) schnell auf die Überholspur für die TSG. Klett selbst traf nach fünfzig Minuten  zum 22:25 für seine Farben.

 

Dass es dennoch eine Wende im Spiel gab, hatte zwei Gründe. Zum einen stellte Fabian Gerstlauer zuvor schon auf eine 5:1- Deckung um, die nun immer besser griff. Zum anderen entschärfte nun Marvin Heinz die wichtigen Bälle.

 

So kämpfte sich die SG H2Ku Herrenberg, auch mit Hilfe des nun immer mehr auf Betriebstemperatur laufendem Publikums, wieder auf ein Remis heran (25:25, 53.). Der Rest waren sieben Minuten Dramatik pur. Neunzig Sekunden vor dem Ende gelang dem überzeugenden Janne Böhm wieder die erstmalige Führung (27:26). Als die Unparteiischen schließlich nach dem folgenden Ausgleich eine schnelle Mitte der Gastgeber mit der Wurfchance auf das verwaiste Gästetor abpfiffen, um den Wischer aufs Parkett zu schicken, kochte die Volksseele hoch. Doch auch dies konnte die Gastgeber nicht mehr aufhalten.

 

Das 29:28 brachte der SG H2Ku Herrenberg wieder etwas mehr Luft nach unten. Mit 8:10 Punkten rangiert das Team auf Rang zehn. Am kommenden Sonntag steht dann erneut ein Heimspiel an. Zu Gast in der Markweghalle ist dann der souveräne Tabellenführer SG Pforzheim/Eutingen.

 

 

-pg-

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Samstag, 23.11.2019, 20 Uhr

TV Bittenfeld 2

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