„Der Siegeswille war heute entscheidend“

Max Fuhrmann agierte auf Halbrechts und auf der Spielmacherposition wieder auf einem hohen Niveau / Foto: Gebhardt (Archiv)

 

SG H2Ku stürmt auch die Bertha-Benz-Halle in Pforzheim und bleibt bestes Auswärtsteam der Liga

 

Mit einem jederzeit verdienten 29:27 (15:12) bei der SG Pforzheim/Eutingen bleibt die SG H2Ku Herrenberg dem Spitzenduo in der Oberliga Baden-Württemberg weiter auf den Fersen. Mehr noch, durch den Sieg bringt die Mannschaft von Coach Alexander Job wieder richtig Spannung in den Aufstiegskampf.

 

Locker und gelöst gab sich Alexander Job nach dem Schlusspfiff des Spitzenspiels seiner SG H2Ku beim bisherigen Tabellenführer SG Pforzheim/Eutingen. Zuvor hatten seine Schützlinge mit einem doch etwas überraschenden, aber nicht minder verdienten Erfolg ihre Aufstiegschancen in Liga Drei weiter gewahrt. Auch wenn dies gar nicht, zumindest nach offizieller Lesart, das primäre Ziel des Herrenberger Übungsleiters war, die gezeigte Leistung war genau das, was Job vom Team gefordert hat. Nämlich, dass es als solches beim Favoriten auch auftritt. Dies natürlich eingedenk des dezimierten Kaders, mit dem er nach Pforzheim reisen musste. Wie angekündigt fielen Christian Rau und Chris Dürner aus, und auch Dominic Rose war nur eingeschränkt einsetzbar.

 

Der Beginn des Spiels ließ allerdings erst einmal nichts Gutes verheißen. Nach nicht einmal vier Minuten leuchtete ein 3:0 für die Gastgeber von der riesigen Anzeigetafel. Schnell sank der Spaßfaktor der mitgereisten Fans auf ein Minimum. Für Alex Job war dies dann allerdings auch die „einzige Phase, in der wir keinen Plan im Spiel hatten“. Von nun an ging es gegen einen ebenfalls nicht in Bestbesetzung agierenden Gastgeber bergauf. Das erste Tor der Gäste von Jannis Mezger läutete eine erste Halbzeit ein, in der die SG H2Ku alle Vorgaben ihres Trainers umsetzte. Die Abwehr vor einem wieder einmal überzeugenden Tobias Barthold im Tor stand felsenfest. Aus Ballgewinnen in der Abwehr wurden schnelle Gegenstoßtore erzielt. Und eben Jannis Mezger schwang sich zu seiner besten Saisonleistung für seine Farben auf. Seine Abwehrleistung, gepaart mit fünf Toren im Angriff, brachte ihm ein Sonderlob seines Trainers ein.

 

Indes, eigentlich relativierte Alexander Job dieses Lob schon im nächsten Satz. „Heute wäre es fast unfair, einen Spieler besonders herauszuheben. Es gab einfach keinen Ausfall“. Das 5:4 in der elften Minute sollte dann auch die letzte Führung der SG Pforzheim/Eutingen sein. Bis zur Pausensirene schraubten die Gäste aus dem Gäu ihre Führung auf ein 12:15.

 

Als Kreisläufer Finn Böhm nach dem Seitenwechsel gar das 12:16 erzielte, schien sich das Szenario aus der ersten Halbzeit fortzusetzen. Allerdings zeigten nun auch die Goldstädter, warum sie als Tabellenführer der Oberliga ins Spiel gegangen sind. In einer Viertelstunde, in der die SG H2Ku zwar nicht einbrach, aber doch den Pforzheimern das Spiel teilweise überlassen musste, kämpften sich die Hausherren bis auf ein Remis heran (19:19). Entscheidend für den späteren Sieg war für Alex Job vor allem diese Phase. „Wir haben unseren Matchplan beibehalten und bewahrten auch hier die Ruhe“.

 

Und dies war beileibe nicht einfach. Dominic Rose wurde nun wegen seines angeschlagenen Knöchels nicht mehr eingesetzt (Job: „Ich muss als Trainer auch manchmal einen Spieler schützen“). Die Lösung bestand dann ab diesem Zeitpunkt, entweder den erneut glänzenden Max Fuhrmann auf der Spielmacherposition einzusetzen oder aber Sascha Marquardt, der dann als zweiter Kreisläufer auflöste.

 

Die Folge war die erneute Führung zum 21:19 nach 48 Minuten. Die Butter ließ sich die SG H2Ku nun nicht mehr vom Brot nehmen. Zwar verkürzte Pforzheim nochmals auf 23:24, der Ausgleich gelang aber nicht mehr. Sascha Marquardt blieb es schließlich vorbehalten, den letzten Treffer für sein Team zu erzielen. Das Tor für die SG Pforzheim in der letzten Sekunde zum 27:29 war letztlich nur noch Ergebniskosmetik und ging im Jubel der Gästefans unter.

 

Neben dem kleinen Plus auf der Torhüterposition und dem guten Umschaltspiel sah Alexander Job noch einen anderen Grund für den Auswärtssieg: „Wir wollten heute unbedingt den Erfolg. Vielleicht war unser Siegeswille einfach etwas größer“, erkannte der Coach nach Spielende. In der kommenden Woche soll nun der Erfolg in Pforzheim mit einem Heimsieg gegen die TSG Söflingen (Samstag, 20 Uhr) veredelt werden.

 

 

-pg-

 

Männer
Top-Sponsoren
Ausrüster