Die Antwort der Mannschaft bleibt aus

"Mit Auge spielen" - Die Forderung von Coach Alexander Job verhallte gestern bei seinen Spielern / Foto: Gebhardt (Archiv)

 

SG H2Ku unterliegt auch in Viernheim und verspielt damit die letzte Aufstiegschance in Liga Drei

 

Mit einem ernüchternden 36:37 (13:21) im Gepäck trat die SG H2Ku Herrenberg am Samstag die Heimreise vom TSV Amicitia Viernheim an. Damit brachte der Tabellenvierte aus Herrenberg das Kunststück fertig, gleich zwei Mal nacheinander gegen den jeweiligen Tabellenletzten zu verlieren. Zudem haben sich mit der Niederlage nun auch die letzten vagen Aufstiegsträume zerschlagen.

 

Es scheint wie verhext. Die Pleite in Viernheim war in dieser Saison bereits das vierte Spiel in der laufenden Saison, in dem die Oberligahandballer gegen ein Tabellenschlusslicht die Segel streichen mussten. Nach den Niederlagen in Söflingen und Lauterstein erwies sich nach der Niederlage zuhause gegen Deizisau nun auch der TSV Viernheim als zu stark für die Job-Sieben.

 

„Uns war im Vorfeld klar, dass Viernheim mit geballter Power ins Spiel gehen würde“, verwies Alexander Job auf die Brisanz gerade der ersten Minuten. Was das Team des Herrenberger Übungsleiters dann aber vor allem in der ersten Viertelstunde gegen den Abstiegsaspiranten auf das Parkett der Rudolf Harbig-Halle brachte, ließ die Vermutung aufkommen, es laufe immer noch das Spiel aus der Vorwoche. Ähnlich sah es auch Alexander Job auf der Trainerbank, der „ein Spiegelbild der Partie von Deizisau sah“.

 

Diese Zustandsbeschreibung war dabei von Job keineswegs untertrieben. Nach zehn Minuten lag der Gast aus dem Gäu bereits mit 2:9 hinten, das 5:14 fünf Minuten später ließ gar ein handfestes Debakel befürchten. Schon nach zehn Minuten krempelte Job nach seiner ersten Auszeit das Team um. Geholfen hat es indes nicht. „Wir haben wieder kein Zugriff auf die Offensive des Gegners bekommen und selbst keine Akzente im Spiel setzen können“, so ein frustrierter Alex Job. Unverständlich war dies vor allem deshalb, wenn man die Wichtigkeit der Partie für die SG H2Ku bedenkt. Dass der Rest der ersten Halbzeit dann relativ ausgeglichen verlief, war für die mitgereisten Fans ein schwacher Trost.

 

Der Spiegel zum Spiel gegen Deizisau sollte sich auch in Halbzeit zwei fortsetzen. Diesmal aber in positiver Richtung. Hatte die SG H2Ku in den ersten zehn Minuten den Abstand schon um drei Treffer auf ein 25:20 verringern können, setzte die Mannschaft nun zu einem Zwischenspurt an, der durchaus die Wende im Spiel hätte bringen können. Über ein 26:25 für die Gastgeber leuchtete plötzlich gut zehn Minuten vor dem Schlusspfiff ein 29:29 von der Anzeigetafel. „Hier zeigte meine Mannschaft Charakter“, fand Alexander Job auch einige positive Aspekte im Spiel. Und doch gab es wieder ein Deja Vu vom vergangenen Wochenende. Statt der eigenen Führung verfielen die Gäste wieder in alte Muster, mussten aber auch in der Schlussphase fast ständig in Unterzahl agieren.

 

Drei Tore in Folge des TSV Viernheim brachten schließlich eine kleine Vorentscheidung. Dass diese von Marcel König (2) und Sebastian Knierim erzählt wurden, war sicher kein Zufall, galten doch schon im Vorfeld diese beiden neben Holger Hubert als tragende Säulen, auf die es sich einzustellen galt. Da  dies nicht gelang, war das zwar knappe, aber sicher nicht unverdiente 36:37 aus Herrenberger Sicht nur die logische Konsequenz.

 

Als die Ergebnisse aus den anderen Hallen durchsickerten, war bei allen Beteiligten die Ernüchterung sicher noch einmal doppelt groß. Ohne die beiden Niederlagen gegen die Schlusslichter wäre die SG H2Ku nun Tabellenzweiter der Oberliga und somit auf einem Aufstiegsplatz. Stattdessen wird die Gäu-Sieben in der kommenden Saison einen erneuten Angriff auf Platz zwei unternehmen müssen.

 

 

 

-pg-

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