Die Festung Markweg bröckelt weiter

So dicht liegen Freud und Leid zusammen- während die SG-Akteure mit hängenden Köpfen das Parkett verlassen, feiern die Gäste ausgiebig ihren Sieg / Foto: Gebhardt

 

SG H2Ku kann beim 26:30 gegen Baden-Baden erneut nicht über ihren eigenen Schatten springen

 

Mit dieser Leistung wird der Aufstieg in Liga drei nicht zu schaffen sein. Die SG H2Ku Herrenberg  unterlag am gestrigen Abend im Spitzenspiel der Oberliga Baden-Württemberg gegen einen bärenstarken TVS Baden-Baden mit 26:30 (12:15) und weist nun nur noch ein ausgeglichenes Punktekonto in der eigenen Markweghalle auf.  Vor allem die mentale Verfassung seiner Mannschaft bereitete Coach Alexander Job nach Spielschluss einiges Kopfzerbrechen.

 

„Wir waren auf jeder Position im Spiel über sechzig Minuten unterlegen“. Mit dieser ernüchternden Formel umschrieb der Trainer des Gäuclubs auf der abschließenden Pressekonferenz das ganze Szenario, was sich zuvor auf dem Parkett der Markweghalle abgespielt hatte. Die Gastgeber, die eigentlich mit dem Hochgefühl des Sieges aus Weilstetten und den Eindrücken einer hervorragenden Trainingswoche ins Spiel gehen konnten, liefen ab der ersten Minute dem Spiel hinterher.

 

Dabei war auch der Rahmen bestens gerichtet. Trotz des kurzen, aber heftigen Wintereinbruchs bildeten über 600 Zuschauer eine würdige Kulisse. Dass am Ende die Fraktion des stimmgewaltigen Gästeanhangs die Oberhand behielt, war dabei die logische Konsequenz des Spielverlaufs.

 

0:5 nach fünf Minuten. Der Start des vermeintlichen Spitzentreffens war eigentlich nur der Vorgeschmack auf das weitere Spielgeschehen. Während die SG H2Ku schon in der Anfangsphase im Angriff die nötige Ruhe vermissen ließ, spielte der TV Sandweier seine Angriffe konzentriert bis an den Rand des Zeitspiels, um dann doch noch erfolgreich abzuschließen. Zwei Treffer in das verwaiste Tor der Gastgeber bei deren Unterzahl und einige Konter später leuchtete ein 3:9 für die Gäste von der Anzeigetafel. Da waren gerade einmal zwölf Minuten gespielt. Die Auszeit von Alexander Job sollte zunächst kaum Besserung bringen. An die klare Struktur im Angriff und die gegenseitige Unterstützung im Abwehrverbund appellierte der Trainer, gelingen sollte dies erst zum Ende der ersten Halbzeit. Vor allem dürfte Job geärgert haben, dass genau das eingetreten war, wovor er in der Trainingswoche immer wieder in Bezug auf das Spiel der Gäste eindringlich hingewiesen hatte. Dass der TVS Baden-Baden dann auch noch in der Defensive deutlich offensiver agierte als gedacht, trug nicht unwesentlich zur Verunsicherung der SG H2Ku bei.

 

Und dennoch, die Hausherren kämpften sich langsam, aber stetig zurück ins Spielgeschehen. Nach dem 7:13 (20.) stand die Abwehr nun viel aufmerksamer, auch den Gästen unterliefen nun Fehler. Die letzten zehn Minuten gehörten eindeutig der SG. Als Max Fuhrmann zwei Minuten vor dem Pausenpfiff auf 12:14 verkürzte, witterten Spieler und Fans wieder Morgenluft. Im Gegenzug wurde jedoch Jannis Mezger mit einer glatten roten Karte vom Parkett geschickt.

 

Es war der pausenübergreifende Auftakt einer Zeitstrafenflut, aus der die Gäste letztlich erfolgreicher hinausgingen. Nach dem Halbzeitstand von 12:15 konnte Cornelius Maas noch einmal verkürzen, ehe er selbst mit einer eher überflüssigen zwei-Minuten-Strafe auf die Bank musste. Insgesamt ereilte dieses Schicksal innerhalb von sechs Minuten gleich acht Akteure. Als sich nach etwas weniger als vierzig Minuten die Gemüter wieder beruhigt hatten, lag der TVS Baden-Baden dank fünf Treffern in Folge schon fast uneinholbar mit 20:13 in Front. In den darauffolgenden Minuten mühte sich der Gastgeber nach Kräften, jedoch fehlte noch immer die ordnende Hand und der überragende Akteur, der die Mannschaft noch einmal hätte mitreißen können.

 

Und so nahm das Unheil weiter seinen Lauf. Nachdem beim 18:23 durch Cornelius Maas noch ein Fünkchen Hoffnung aufkam (43.), setzte der Tabellenführer aus Baden-Baden nun zum finalen Siegeszug an. Innerhalb von drei Minuten bestrafte der TVS die Fehler der Herrenberger mit vier Toren in Folge und enteilte entscheidend auf 18:27.

 

So gerieten die letzten 15 Minuten fast nur noch zu einem Schaulaufen der Gäste. Dass diese nach dem 22:30 fünf Minuten vor dem Ende das Handballspielen einstellten, ermöglichte der SG H2Ku noch einmal eine Ergebniskosmetik. Immerhin konnte der Gäuclub mit dem 26:30 den direkten Vergleich beider Mannschaften noch für sich entscheiden. Dies würde bei Punktgleichheit am Ende der Saison die bessere Platzierung noch vor den Gästen bedeuten. Daran dürfte aber nach dem gestrigen Spiel kaum noch einer denken.

 

Bilder zum Spiel gibt es auf unserer Facebookseite

 

 

 

-pg-

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