Die Taktiktafel aufs Parkett gezaubert

Christian Rau war gestern einer der Erfolgsgaranten für die SG H2Ku / Foto: P. Gebhardt

 

SG H2Ku besticht beim Sieg über Pforzheim/Eutingen durch eine spielerisch, kämpferisch und taktisch große Leistung

 

Und wieder ist die SG H2Ku Herrenberg einen Platz nach oben geklettert. Durch das 30:26 (16:11) gegen die SG Pforzheim/Eutingen schob sich das Gäuteam nunmehr auf den fünften Tabellenplatz. Die über 500 Zuschauer in der Markweghalle waren dabei von ihrer Mannschaft restlos begeistert.

 

Schon lange vor Spielende feierte die Markweghalle gestern einen Gastgeber, der vom Anpfiff weg das Heft des Handelns in die Hand nahm und so dem eigentlich etwas höher dotierten Gegner nur wenige Entfaltungsmöglichkeiten gab. Dass die SG H2Ku bei ihrem Galauftritt nicht ein einziges Mal während der gesamten sechzig Minuten in Rückstand geriet, hatte derweil gleich mehrere Gründe.

 

Einer davon war zweifellos die taktische Leistung der ersten zwanzig Minuten in der Offensive. Entgegen der üblichen Deckungsvariante begann der Gast aus Pforzheim sehr defensiv. Im 6:0- Riegel sollte so wohl vor allem das zuletzt so funktionierende Spiel über den Kreis unterbunden werden. Was die Pforzheimer aber nicht auf dem Zettel gehabt haben dürften, war die Vorpausenleistung eines Christian Rau. Zusammen mit Sandro Münch auf der anderen Angriffsseite trafen beide Rückraumspieler durch ihre ungeahnten Freiräume nach Belieben und sorgten so nach neun Minuten für einen Vorsprung von zwei Treffern (6:4). Pforzheims Spielmacher Julian Broschwitz, in der Deckung auf Außen, nahm schon jetzt immer wieder Blickkontakt zu seinem Coach an der Seitenlinie auf. Als Alexander Lipps ihm endlich nach knapp einer Viertelstunde die Deckungsumstellung auf eine offensive 3:2:1- Variante auftrug, schien es, als habe der Gastgeber nur darauf gewartet.

 

Von nun an konnte sich Sascha Marquardt nach Herzenslust am Kreis austoben. Drei Treffer in Folge nur durch den Kreisläufer zum 11:6 nach knapp zwanzig Minuten ließ die Markweghalle erstmals brodeln. Die Abwehr um einen vor allem in der ersten Halbzeit überragenden Marvin Heinz im Tor tat dabei ihr übriges, um den Gast auf Distanz zu halten. Und da auch weiterhin die Rückraumspieler immer wieder den Weg in die Schnittstellen der Gästeabwehr fanden, war das Pausenresultat von 16:11 nicht einmal zu hoch.

 

Der zweite Abschnitt sollte allerdings noch einmal Spannung in die Partie bringen. Nach dem 19:13 durch Alexander Zürn sechs Minuten nach der Pause stockte der Angriffsmotor unvermittelt. Teilweise fehlende Auslösehandlungen und falsche Laufwege hatte Alexander Job schnell dafür ausgemacht. „Mir war klar, dass wir im Angriff noch nicht sechzig Minuten konstant agieren können“, so der Coach nach dem Schlusspfiff. Die Folge war erst einmal frappierend. Innerhalb von drei Minuten verkürzte die SG Pforzheim/Eutingen auf nur noch zwei Treffer Rückstand. Es war jene Phase, in der das Spiel hätte leicht noch einmal kippen können.

 

Dass dies nicht geschah, war der nächste Grund zum Erfolg. Die erste Welle im Gegenstoß wurde nun konsequent umgesetzt. Die Abwehr, für die Alex Job einmal mehr lobende Worte fand, stand nun wieder sattelfester als noch kurz zuvor und ermöglichte so immer wieder erfolgreiche Konter. Die beiden Außen der SG H2Ku sorgten so mit einem Zwischenspurt schnell wieder für ein sicheres Polster elf Minuten vor dem Ende (25:19). Als Alexander Zürn schließlich zum 27:21 einnetzen konnte, war die Partie in der 53. Minute praktisch gelaufen. Was die SG Pforzheim/Eutingen auch noch probierte, war letztlich nicht von Erfolg gekrönt.

So konnte die SG H2Ku am Ende auch die rote Karte für Christian Dürner leicht verschmerzen, der nach einer Rangelei mit Pforzheims Jan Strehlau drei Minuten vor dem Ende das Parkett verlassen musste. Am verdienten 30:26 änderte sich dadurch nichts mehr.

 

Alexander Job indes tat sich auf der abschließenden Pressekonferenz etwas schwer, einzelne Spieler aus seinem Ensemble herauszuheben. Er tat es dann dennoch unter anderem mit seinem Rückraumspieler Christian Rau, der eine Halbzeit lang spielte und traf, als wäre er nie weggewesen. „Nach seiner langen Verletzungspause war damit nicht unbedingt zu rechnen. Mein Entschluss, ihn von Beginn an zu bringen, hat Chrissi eindrucksvoll bestätigt“, so Job später.

 

In der kommenden Woche wartet dann das Auswärtsspiel in Remshalden auf die SG H2Ku. „Dort müssen wir punkten“, ist sich schon jetzt der Trainer der Herrenberger der undankbaren Aufgabe beim Schlusslicht bewusst.

 

Bilder zum Spiel gibt es wie immer auf unserer Facebookseite.

 

 

 

-pg-

 

 

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