Dominanz bleibt nach der Pause in der Kabine

Die Offensive - hier mit Sandro Münch - hatte es im Spielverlauf immer schwerer, sich durchzusetzen / Foto: P. Gebhardt

 

SG H2Ku Herrenberg unterliegt trotz überzeugender erster Halbzeit beim SV Fellbach am Ende noch mit 31:32

 

Die Luft im Abstiegskampf wird für die Oberligamänner der SG H2Ku Herrenberg nach dem 31:32 (18:14) beim SV Fellbach wieder dünner. Dabei war die Niederlage beim Tabellenschlusslicht durchaus vermeidbar. Nach eine überzeugenden Vorpausenleistung ließ sich der Gäu-Klub jedoch im zweiten Spielabschnitt mehr und mehr den Schneid abkaufen.

 

Fast regungslos vor Enttäuschung saßen die Spieler der SG H2Ku nach dem Schlusspfiff der dramatischen Partie in der Fellbacher Zeppelinhalle auf der Gästebank und verstanden die Welt nicht mehr. Und auch Trainer Fabian Gerstlauer brauchte im Pressegespräch eine Weile, ehe er das Geschehen auf dem Parkett analysieren konnte.

Klar war schon im Vorfeld, dass die Partie kein Selbstläufer werden würde. Zu knapp hatte der Tabellenletzte seine bisherigen Partien verloren. Dass jedoch der Erfolg der Gastgeber für so viel Niedergeschlagenheit bei den Gästespielern sorgte, lag zu einem großen Teil auch am Team selbst.

 

Ohne großes Abtasten begann die Partie gleich mit Volldampf. Die Unparteiischen wollten scheinbar nicht zurückstehen und schickten innerhalb der ersten Minute mit Janne Böhm und Alexander Zürn gleich zwei Herrenberger für zwei Minuten auf die Strafbank. Der SV Fellbach, der in den Überzahlphasen stets zusätzlich den Torwart vom Spielfeld holte, nutzte diese Startphase für ein schnelles 4:1 nach fünf Minuten. Für die SG H2Ku war dies jedoch das richtige Wecksignal ins Spiel.

„Wir haben danach eine überzeugende Halbzeit gespielt“, fasste Fabian Gerstlauer die folgenden 25 Minuten bis zur Pause zusammen. Aus dem 1:4 wurde fast mühelos ein 8:5 nach einer knappen Viertelstunde erspielt. Spätestens jetzt waren die Gäste der Chef im Ring. Vor allem Marvin Seeger und Sandro Münch trafen fast nach Belieben. Dass der Vorsprung nur langsam wuchs, war auf Fellbacher Seite vor allem Andreas Blodig zu verdanken. Der frühere Bundesligaakteur kam nach einer Viertelstunde aufs Feld und schweißte mit nur wenig Gegenwehr bis zur Pause vier Tore ein. Da die restliche Offensive der Gastgeber in der Abwehr der Herrenberger aber in guten Händen war, schien das 18:14 zur Pause ein gutes Polster für den Rest der Partie zu sein. Allenfalls hätte die Führung sogar etwas deutlicher ausfallen können.

 

Als Deja Vue muss dem Gäu-Klub dann wohl der Start in Hälfte zwei vorgekommen sein. Erneute zwei Zeitstrafen gleich zu Beginn ließen den Gästevorsprung auf 18:17 zusammenschmelzen. Was folgte, war nach Aussage von Coach Gerstlauer nun „ein Spiel auf Augenhöhe“. Noch konnte sich die SG H2Ku den Kontrahenten vom Leibe halten. Als Joshua Stöffler, der für den erkrankten Max Fuhrmann ins Team gerückt war, in der 40. Minute auf 22:18 stellte, schien die Welt wieder in Ordnung. Auch die Anhänger des Tabellenzehnten hatten unter den knapp 300 Zuschauern wieder die Oberhand gewonnen.

 

Was auffiel war aber, dass die Abwehr der Fellbacher mit der Umstellung von 6:0 auf eine 5:1- Formation viel Tempo aus dem Spiel der SG H2Ku nahm. Die Anspiele von Sandro Münch wurden mehr und mehr unterbunden. Unvorbereitete Würfe waren die Folge. Was daraus resultierte, davor hatte Fabian Gerstlauer schon vorher gewarnt: „Wir wussten um die Stärke der Fellbacher im Gegenstoß. Das konnten wir im zweiten Abschnitt nicht mehr unterbinden“.

 

Eine Viertelstunde vor Schluss gelang dem SV Fellbach die erste Führung (24:23). Die Gäste schlugen postwenden mit zwei Treffern zurück. In einer dramatischen Schlussphase legten die Hausherren schließlich spielentscheidend auf 31:29 vor (57.). Durch eine Zeitstrafe für Yannik Schopp dezimiert, schafften die Herrenberger trotzdem nochmals den Anschluss und hatten sogar die letzte Chance zum Ausgleich. Der Wurf fünf Sekunden vor dem Abpfiff wurde aber unter dem Jubel der Fellbacher eine Beute von Torhüter Marc Krammer.

Während Fabian Gerstlauer nach dem Ende von einem „glücklichen Sieg zweier gleichwertiger Mannschaften sprach“, sprudelte es bei Thilo Burkert nur so heraus: „Ich bin richtig stolz auf die Mannschaft und habe immer an die Mannschaft geglaubt“.

 

Die SG H2Ku rutschte durch die Niederlage nun auf Platz 11 in der Tabelle. Am kommenden Samstag steht erneut ein Auswärtsspiel auf dem Programm. Dann reist das Gerstlauer-Team als Außenseiter nach Neuenbürg.

 

 

 

-pg-

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