Drei Zeitstrafen als Anfang vom Ende

Jannis Mezger konnte gestern mit sieben Treffern überzeugen / Foto: P. Gebhardt

 

SG H2Ku werden beim 28:39 in Neuhausen/Filder deutliche Grenzen aufgezeigt

 

Die Oberligamänner der SG H2Ku Herrenberg haben die erhoffte Überraschung verpasst. Im Nachbarschaftsduell beim Tabellenzweiten TSV Neuhausen/Filder unterlag die Sieben von Coach Fabian Gerstlauer mit 28:39 (14:16). Auch wenn das Ergebnis am Ende um einige Tore zu hoch ausfiel, war der Erfolg der Gastgeber mehr als verdient.

 

Verletzungen beeinflussen fast immer den sportlichen Weg von Spielern oder ganzen Mannschaften. So war auch gestern vor und nach dem Derby auf den Fildern reichlich Gesprächsstoff geboten. Während die Gäste aus Herrenberg ohne ihren Kreisläufer Sascha Marquardt auskommen mussten, war beim TSV Neuhausen die Freude nach dem hohen Sieg wegen der Personalie Hannes Grundler doch etwas gedämpft. Der Goalgetter hatte sich sieben Minuten vor dem Ende ohne Gegnereinwirkung verletzt und zeichnete sorgenvolle Mienen auf die Gesichter der Hausherren. Zu diesem Zeitpunkt war die Partie beim 34:26 allerdings schon entschieden.

 

Entschieden auch deshalb, weil der TSV Neuhausen gerade in den eigenen Überzahlsituationen eine extreme Effizienz an den Tag legte. Nötig war dies aber in der Anfangsphase noch nicht. Fünf Angriffe hatte jedes Team nach fünf Minuten absolviert, als Fabian Gerstlauer beim Stande von 4:0 für die Gastgeber von den Fildern die grüne Karte für die Auszeit auf den Zeitnehmertisch knallte. Dem Trainer der Herrenberger muss es so vorgekommen sein, dass seine Spieler beim Videostudium andere Dinge im Kopf hatten. Gerade mit Timo Durst und Hannes Grundler konnten die gefährlichsten Spieler des TSV nach Belieben schalten und walten. Und wenn beide nicht vollenden konnten, erledigte Leon Pabst am Kreis den Rest. „Wir hatten uns auf eine stabile 6:0- Deckung eingeschworen“, wollte Coach Gerstlauer zunächst auf Sonderbewachungen verzichten.

 

Dies war dann aber schnell Makulatur. Zuerst wechselte die SG H2Ku auf eine 5:1- Variante mit Yannik Schopp in der Spitze, um die Kreise von Durst einzuschränken. Später wurde auch Grundler aus dem Spiel genommen. Zunächst aber konnten die knapp 500 Zuschauer in der Egelseehalle ein 15:9 ihrer Mannschaft bejubeln (23.). Was folgte, war die stärkste Phase der SG H2Ku Herrenberg am Samstagabend. Der Angriffsmotor der Hausherren stotterte nun doch erheblich. Das Gerstlauer-Team hingegen kam nun immer besser in Fahrt. Zwei Treffer des besten SG-Spielers Jannis Mezger zum 15:11 ließen den Gäu-Club Morgenluft wittern (27.). Zum Pausenpfiff war beim 16:14 plötzlich wieder alles offen.

 

Auch wenn nach Wiederbeginn das schnelle 17:14 fiel, hatte die SG H2Ku nun das Spiel scheinbar im Griff. Erst recht, als Jannis Mezger erneut mit einem Doppelschlag in der 34. Minute egalisierte (18:18). Was dann folgte, war allerdings eine Demonstration der Gastgeber. Mit der zweiminütigen Herausstellung von Max Bröhl auf Herrenberger Seite begann das Schaulaufen von Timo Durst. Der Spielmacher nutzte nun seine Freiräume weidlich aus. Binnen zehn Minuten hagelte es noch zwei weitere Zeitstrafen gegen die Gäste. Diese mussten die sechs Minuten Unterzahl mit insgesamt 1:8 Toren teuer bezahlen. Als sich die Wogen schließlich wieder geglättet hatten, war das Spiel beim Stande von 27:20 praktisch gelaufen (42.). Die restlichen fast zwanzig Minuten waren geprägt vom Bemühen der SG, noch einmal zurück ins Spiel zu kommen. Mit dem starken Sandro Münch, Max Fuhrmann und dem ins Team zurückgekehrte Dominic Rose nutzte Fabian Gerstlauer alle Möglichkeiten, neue Impulse mit seinen Spielmachern zu setzen. Im Angriff klappte dies auch noch relativ gut. Die Defensive hingegen fand in der Schlussphase kaum noch statt. „Hier hätte ich mir schon noch etwas mehr Gegenwehr gewünscht“, konstatierte Fabian Gerstlauer später. Der Trainer verwies aber im gleichen Atemzug auch darauf, dass mit Sascha Marquardt eine der Schlüsselfiguren im Innenblock nicht dabei war.

 

Beide Trainer waren sich nach klaren 39:28 einig, dass der Sieg mit elf Toren Unterschied wohl doch etwas zu hoch ausgefallen sei. Für die SG H2Ku war es dagegen ein Sturz in die Realität, nachdem man in der Vorwoche mit einem 16:4- Lauf in der Schlussviertelstunde nun ein 10:21 in 25 Minuten verkraften musste.

 

Tore SG H2Ku: Münch(8/2), Mezger(7), Fuhrmann(4/2), Seeger(3), Zürn(2), F.Böhm(1), J.Böhm(1), Bröhl(1), Schnitzler(1)

 

Tore Neuhausen: Durst(9/1), Grundler(7), Pabst (6), Keppeler(5), Roos(4), Fleisch(3), Distel(2), Bader(1), Hipp(1), Sommer(1)

 

 

-pg-

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