Keine Punkte nach Angriffsflaute

Yannik Schopp ging immer wieder dahin, wo es auch mal wehtut / Foto: P. Gebhardt

 

Ersatzgeschwächte SG H2Ku unterliegt zum Saisonauftakt der NSU Neckarsulm in eigener Halle

 

Das hatten sich Mannschaft und Fans gewiss ganz anders vorgestellt. Nach einer eher mäßigen Vorstellung musste die SG H2Ku Herrenberg gleich im ersten Spiel der neuen Runde in der Oberliga Baden-Württemberg die erste Niederlage einstecken. Das 22:25 (8:11) gegen die NSU Neckarsulm war dabei nicht einmal unverdient.

 

Es ist fast genau auf den Tag sechs Monate her, als die heimische SG H2Ku den damaligen Aufsteiger aus Neckarsulm nach einer Handballgala mit 36:22 auf die Heimreise schickte. Gestern nun erzielten die Gäste nur unwesentlich mehr Tore in der Markweghalle. Dass es damit diesmal aber zum Auswärtssieg reichte, hatte sich der Gastgeber ganz allein zuzuschreiben. Die Offensive der Hausherren war derart von Unkonzentriertheiten und Verunsicherung überhäuft, dass ein geordnetes Angriffsspiel oftmals nicht möglich war. Ein enttäuschter Alexander Job brachte es nach Spielschluss auf den Punkt: „Acht Minuten richtig guter Handball sind einfach zu wenig“.

 

Dabei hatte der Coach der SG H2Ku seiner Mannschaft im Vorfeld nach seinen Trainingseindrücken eine gute Verfassung attestiert. Auf der Pressekonferenz musste auch er aber erkennen, dass „Training und Wettkampf etwas ganz anderes ist“. Was er damit meinte, wurde vor den Augen der etwa 400 Zuschauer schnell offensichtlich. Die ohne die Routiniers Christian Dürner und Christian Rau sowie des vor allem in der Abwehr immens wichtigen Jannis Mezger angetretenen Gastgeber taten sich von Beginn an sehr schwer gegen die robuste und schnell auf den Beinen agierende Neckarsulmer Deckung.

 

Das 3:3 nach über zehn Minuten ließ schon erahnen, dass es kein erneutes Torfestival geben würde. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Vorjahresvierte schon die ersten Chancen liegen lassen müssen, inclusive einem von insgesamt fünf vergebenen Strafwürfen. Zudem taten sich in der Deckung einige Lücken zuviel auf, die immer wieder prompt von den Gästen bestraft wurden. Dass es über die Stationen 4:8 und 6:10 bis zur Halbzeitpause bei einem noch durchaus reparablen 8:11 aus Sicht der Herrenberger lag, war vor allem Marvin Heinz zu verdanken. Der Keeper entschärfte mehrere Bälle im großen Stil und konnte somit das Torhüterduell in der ersten Halbzeit mit seinem Kontrahenten Michael Bognar auf der anderen Seite noch auf Remis stellen.

 

Die zweite Hälfte sollte dann nach dem Willen der Hausherren die Wende bringen. Und es begann auch zunächst vielversprechend. In den ersten acht  Minuten setzten die Spieler alles um, was im Vorfeld vorgegeben war. Die 5:1- Deckung mit einem quirligen Yannik Schopp in der vorgezogenen Position zeigte nun deutlich mehr Biss und ermöglichte somit einige Ballgewinne. Dies reichte schon aus, um innerhalb von nur acht Minuten den Eindruck der ersten Halbzeit wegzuwischen. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich die SG mit dem 14:13 durch Sandro Münch die Führung zurückerobert. Es sollte der letzte Vorsprung für den Abend gewesen sein.

 

Dies lag zum Einen daran, dass erneut einige Unkonzentriertheiten für eine erneute Verunsicherung im Team führten. Zum Anderen wurde nun aber auch vermehrt Marvin Heinz im Tor auf sich allein gestellt. Wenn dann, wie gestern geschehen, mit Michael Bognar der Gästetorhüter auf der anderen Seite sein Gehäuse auch noch schier vernagelt, ist ein Erfolg kaum noch möglich.

 

Beim 17:23 nach 52 Minuten und einer anschließenden Zeitstrafe für Sandro Münch war die Entscheidung praktisch gefallen. Es spricht allerdings für die Mannschaft, dass sie sich danach nicht aufgab. Vielleicht waren die letzten guten Minuten bis zum abschließenden 22:25 auch ein Fingerzeig auf das eigentliche Problem. Es konnte sich in den Drucksituationen vorher niemand als Leitwolf in den Vordergrund schieben. Dies sah auch Alexander Job so: „Diese Entwicklung wird aus der Mannschaft selbst kommen“, ist dem Trainer der SG H2Ku um die Zukunft trotzdem nicht bange. Auch wenn letztlich die Chancenwertung für die Niederlage ausschlaggebend gewesen sein dürfte, nahm Alex Job sein Team trotzdem aus der Schusslinie. Schließlich durfte auch nicht vergessen werden, dass die gestrige Mannschaft gerade einmal ein Durchschnittsalter von etwas über 22 Jahre aufwies.

 

Bilder zum Spiel gibt es auf unserer Facebookseite.

 

 

 

-pg-

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Sonntag, 23.09.2018,18:00 Uhr

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