Mit einem blauen Auge davongekommen

Ausgelassene Freude beim entscheidenden Torschützen Alexander Zürn (2.v.re.) nach dem Abpfiff / Foto: P. Gebhardt

 

SG H2Ku muss sicher geglaubten Sieg beim 29:27 gegen Heddesheim fast noch aus der Hand geben

 

Die SG H2Ku Herrenberg ist nach zwei Siegen in Folge auf den dritten Platz in der Oberliga Baden-Württemberg geklettert. Dabei war das 29:27 (16:15) gegen die abstiegsbedrohte SG Heddesheim am Ende noch schwer erkämpft.

 

Manchmal dauert es Monate oder Jahre, wenn eine tragische Figur letztlich doch noch zum gefeierten Helden wird. Im Sport kann dies schon einmal schneller gehen. Beim Spiel der SG H2Ku am gestrigen Abend gegen die SG Heddesheim dauerte diese Wandlung sogar nur ganze zwanzig Sekunden.

Beim Stande von 28:27 für die Gastgeber war die letzte Minute angebrochen. Alexander Job hatte 45 Sekunden vor Abpfiff die grüne Karte gelegt und in der Auszeit letzte taktische Anweisungen gegeben. Natürlich sollte sein Team so lange wie möglich die Uhr herunterspielen und dann den entscheidenden Treffer setzen. Zwanzig Sekunden später jedoch verunglückte ein Zuspiel im Rückraum von Alexander Zürn völlig und die Gäste kamen nochmals in Ballbesitz. Eben jener Zürn hatte dann aber einige Sekunden später richtig spekuliert, fing seinerseits ein Zuspiel ab und verwandelte ins leere Tor der SG Heddesheim. Der Rest war Jubel auf der einen, Enttäuschung und Fassungslosigkeit auf der anderen Seite. Dass es allerdings dieses dramatischen Schlussakkords bedurfte, hatte sich die SG H2Ku in erster Linie selbst zuzuschreiben.

 

Das große Gesprächsthema vor dem Anpfiff war aber erst einmal der Ausfall von Torhüter Marvin Heinz. Mit einer Angina ans Bett gefesselt, war an einen Einsatz überhaupt nicht zu denken. Und so rieben sich nicht wenige die Augen, als sich plötzlich Tobias Barthold aufwärmte. Für Alexander Job war der Routinier allerdings „nur Plan D“. Vielmehr bekam mit Nicolas Rhotert der Youngster im Team das Vertrauen über vollen sechzig Minuten von seinem Trainer, der sich danach auch durchaus angetan von der Leistung seines Schützlings zeigte. „Bei dem einen oder anderen Wurf sieht man natürlich die fehlende Erfahrung, aber am Ende holt uns Nico sogar noch die entscheidenden Paraden“, so Job.

 

Dass die Hausherren aber schlecht in die Partie fanden, lag sicher nicht am Torwartwechsel. Unter den Augen der knapp 400 Zuschauer ließ die SG H2Ku zu Beginn vor allem die nötige Konzentration vermissen. Im Angriff unterliefen dem Gäuclub zu viele technische Fehler, die Abwehr kam vorrangig in Hälfte eins nur selten in die entscheidenden Zweikämpfe. Vor allem Philipp Badent auf Seiten der Gäste kam oft frei zum Wurf oder brachte seinen Kreisläufer geschickt ins Spiel. Dies nutzte er zu insgesamt elf Treffern.

 

Trotzdem war es der individuell höheren Qualität des SG- Kaders geschuldet, dass aus dem frühen 3:5 (8.) doch ein Vorsprung von immerhin drei Treffern kurz vor der Pause erarbeitet wurde (14:11, 27.). Ein kaum zu haltender Sascha Marquardt am Kreis, ein treffsicherer Sandro Münch und ein kaltschnäuziger Dominic Rose vom Strafwurfpunkt trugen daran den Löwenanteil. Wiederum leichtfertige Aktionen brachten aber nur ein 16:15 nach der Pause.

 

Mit einer Änderung der Abwehrformation wartete Alex Job gleich zu Beginn des zweiten Durchgangs auf. Yannik Schopp wurde nun auf die Spitze beordert. Der flinke Linksaußen konnte immer wieder die Passwege durchkreuzen und sorgte somit für deutlich erkennbare Unruhe im Angriffsspiel der SG Heddesheim. Die Folge war frappierend: Ganze vier Treffer gelangen den Gästen bis zur 45. Minute. Und auch wenn die SG H2Ku weiterhin keine Gala veranstaltete, der Vorsprung war beim 24:19 eine Viertelstunde vor dem Ende eigentlich beruhigend.

Eigentlich. Denn nun verzettelten sich die Hausherren in unmotivierte Würfe und einmal mehr in technische Fehler. Die abstiegsbedrohten Nordbadener witterten hingegen schnell Morgenluft und kamen somit noch einmal in ein Spiel zurück, das schon entschieden schien. Acht Minuten vor dem Ende war die Partie durch einen Treffer von Heddesheims Spielertrainer Martin Doll plötzlich wieder offen (25:24).

Jetzt kam aber auch Nicolas Rhotert ins Spiel. Just in jener Phase rettete er seine Farben mehrmals mit seinen Paraden vor dem Ausgleich. Dies ist umso bemerkenswerter, da der Torwart nach einem Kopftreffer Minuten vorher behandelt werden musste.

 

So rettete der Gastgeber den Vorsprung von einem Treffer bis in die letzte Spielminute. Der Rest ist bekannt.

Am Sonntag muss die SG H2Ku in Steißlingen den frisch eroberten dritten Platz verteidigen. Dann wird der Kader allerdings nochmals ausgedünnt. Christian Dürner und Marvin Heinz fehlen dann noch zusätzlich. Der Kapitän zog sich am gestrigen Abend eine Wadenverletzung zu, der Torwart fehlt aus bekannten Gründen.

 

Bilder zum Spiel gibt es auf unserer Facebookseite.

 

 

 

-pg-

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