Mit großem Kampf zum Auswärtssieg

Marvin Heinz kann sich mit dem verletzten Dominic Rose über den Sieg in Weinsberg freuen / Foto: P. Gebhardt

 

Die beeindruckende Moral und Marvin Heinz im Tor der SG H2Ku bringen den Sieg in Weinsberg

 

Mit einem 28:25 (16:15) beim bis dato zuhause ungeschlagenen TSV Weinsberg springt die SG H2Ku Herrenberg zumindest für einen Tag auf Rang drei in der Oberliga Baden-Württemberg. Der Sieg unter der Burg Weibertreu ist insofern bemerkenswert, da das nach dem Ausfall von Dominic Rose erneut umgestellte Team in dieser Form kaum Spielpraxis im Vorfeld besaß.

 

Die „Gäusupporters“, der umtriebige Fanclub der SG H2Ku, hatte schon vor dem Anpfiff ein feines Gespür für die Situation bewiesen und mentale Aufmunterung in Form von überdimensionalen Schriftzügen für den frisch verletzten Dominic Rose in der Weibertreuhalle drapiert. Dieser nahm´s dankbar zur Kenntnis und konnte von der Tribüne aus vom Anpfiff weg ein Team sehen, dass gewillt war, auch in Weinsberg als Sieger vom Parkett zu gehen.

 

Allerdings bedarf es dazu gestern schon einiger zwischenzeitlicher Kraftakte in einer Partie, die mehr von der Spannung lebte als von filigranen Aktionen. „Wir haben in dieser Konstellation auch noch nie im Wettkampf zusammengespielt. Da können einfach noch nicht alle Abläufe passen“, warb dann auch nach Spielschluss ein dennoch hochzufriedener Markus Guse („Was die Jungs nun schon seit Monaten leisten, ist einfach nur sensationell“) nach dem Schlusspfiff um Verständnis für die ein oder andere unkonzentrierte Aktion. Der Co-Trainer hatte zusammen mit Alexander Job ein taktisches Konstrukt erstellt, das es ermöglichen sollte, auch über sechzig Minuten beim TSV Weinsberg mithalten zu können.

 

So wurde unter anderem die komplette Spielzeit auf die etatmäßige 3:2:1- Abwehr zugunsten der etwas defensiveren 5:1- Formation verzichtet. In dieser sollte mit Jan Kussmann der gerade wieder einsatzbereite Rückraumspieler eine zentrale Rolle übernehmen. Er tat dies wie die gesamte Abwehr teils beeindruckend. Auf der Spitze tummelten sich abwechselnd gleich mehrere Akteure, um den grippegeschwächten Yannik Schopp zu entlasten. Dieser hatte fast nebenher die Aufgabe, das Offensivspiel der Gäste zu lenken.

 

Der Beginn verhieß für die SG H2Ku allerdings erst einmal nicht viel Gutes. Als es nach acht gespielten Minuten 5:3 für die Gastgeber hieß, hatte der Gäuclub schon mehrfach die Gelegenheit ausgelassen, gegen ebenfalls nicht sattelfest wirkende Gastgeber eine eigene Führung zu erzielen. „In dieser Phase hatten wir einfach zu viele einfache Fehler ohne gegnerische Einwirkung“, monierte Markus Guse später. Gerade diese Fehler ließen die Gastgeber selbst aber nun besser ins Spiel kommen. Ohne sich allerdings absetzen zu können. Dies lag vor allem an drei Spielern bei der SG H2Ku, die dem Spiel ihren Stempel aufdrücken konnten. Marvin Heinz bestach über sechzig Minuten zwischen den Pfosten mit einer Leistung, die durchaus das Prädikat „Matchwinner“ verdienen könnte. Sandro Münch hingegen konnte nicht zuletzt aufgrund seiner zu Beginn der zweiten Hälfte erlittenen schmerzhaften Blessur an der Ferse vor allem in der ersten Hälfte mit neun Treffern glänzen. „Ganz klar, hier hat uns Sandro im Spiel gehalten“, so Markus Guse im Pressegespräch. Und nicht zuletzt der Kaltschnäuzigkeit eines Marvin Seeger, mit zehn Treffern erfolgreichster Werfer war es zu verdanken, dass es nach stets wechselseitiger Führung mit einem fast ausgeglichenen Resultat in die Kabinen ging (16:15).

 

Die ersten Minuten nach dem Seitenwechsel gingen wie schon in Halbzeit eins an die Hausherren. Das 18:15 nach 35 Minuten für den TSV Weinsberg, der gerade in den zuletzt ins Team zurückgekehrten Rico Reichert und Maximilian Schulze ihre besten Akteure hatte, dürfte die mitgereisten Anhänger kaum positiv gestimmt haben. Relativ unvorbereitet kam dann aber innerhalb von sechs Minuten ein Zwischenspurt der Herrenberger, die aus dem Rückstand mit eigenen fünf Treffern ein 18:20 nach 41 Minuten förmlich aus dem Hut zauberten.

 

Ebenso aus dem berühmten Hut kam dann mit Janne Böhm ein weiteres Eigengewächs zu seinem ersten Oberligaeinsatz. Auch wenn der A-Jugendliche gleich in seiner ersten Aktion mit den zwei gespreizten Fingern der Unparteiischen Bekanntschaft machen musste, tat dies dem Tatendrang des Youngsters keinen Abbruch. Auch er musste aber wie das ganze Team erst einmal den Ausgleich und sogar die erneute Führung des TSV in der 49. Minute hinnehmen (21:20). Was folgte, war aber ein erneuter Kraftakt mit vier eigenen Treffern, unter anderem mit dem Premierentreffer des Janne Böhm.

 

Und auch wenn beim 21:24 noch über sechs Minuten zu spielen waren, es war praktisch die Vorentscheidung der Partie. Die Butter ließen sich die Gäste nun nicht mehr vom Brot nehmen. Vor allem auch deshalb, weil sie mit Marvin Heinz einen Torwart in ihren Reihen hatte, der selbst klarste Chancen des TSV Weinsberg entschärfte. Max Fuhrmann setzte mit dem 25:27 eine Minute vor dem Ende den entscheidenden Treffer, Marvin Seeger blieb es schließlich vorbehalten, per Strafwurf auf das Endresultat von 25:28 zu stellen.

Mit dem Sieg ist die SG H2Ku Herrenberg mit 18:10 Punkten vorerst auf Rang drei und bestreitet am kommenden Sonntag um 17 Uhr das letzte Spiel des Jahres bei der NSU Neckarsulm.

 

Bilder zum Spiel gibt es auf unserer Facebookseite.

 

 

 

-pg-

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