„Rumpfteam“ besteht Charaktertest eindrucksvoll

Max Furhrmann (re.) bot über sechzig Minuten eine überzeugende Leistung / Foto: Gebhardt

 

Dezimierte SG H2Ku Herrenberg siegt auch im dritten Saisonspiel und bleibt somit erlustpunktfrei

 

Die SG H2Ku Herrenberg bleibt weiter in der Erfolgsspur. Im dritten Spiel der noch jungen Saison fuhr der Oberligist mit einem 27:22 (11:10) beim SV Remshalden den dritten Sieg ein. Der Erfolg war vor allem das Produkt einer überzeugenden Abwehrarbeit und eines eindrucksvollen Teamgeistes.

 

Selten hat man in seiner noch kurzen Amtszeit Alexander Job so gelöst gesehen wie nach dem Schlusspfiff des Spiels seiner Mannschaft beim SV Remshalden. Dass der Coach der Herrenberger auch noch bei der Pressekonferenz strahlte, hatte allerdings seinen guten Grund. Wenige Stunden vor dem Anpfiff ereilte ihn eine überaus erfreuliche Nachricht, die seine Personalplanung allerdings mächtig durcheinander brachte. Sein Stratege Christian Dürner sah Vaterfreuden entgegen und vertauschte so kurzfristig, aber verständlicherweise, das Parkett mit dem Kreißsaal. Und so fuhr ein durch die Ausfälle doch arg dezimierter Kader von acht Feldspielern und zwei Torhütern in den Rems-Murr-Kreis.

 

Eingedenk dessen hatte auch der Trainer der Gastgeber, Frederick Griesbach, die Hoffnung auf ein „Spiel auf Augenhöhe“. Diesen Wunsch konnte ihm in der Anfangsphase seine Mannschaft allerdings noch nicht erfüllen. Durch eine schon zu diesem frühen Zeitpunkt stabile Abwehr vor einem wiederum überzeugenden Tobias Barthold stand es nach fünf Minuten 3:0 für die Gäste. Der erste Treffer sollte dem Gastgeber erst nach über acht Minuten gelingen. Nach zehn Minuten hatte Frederick Griesbach beim Stande von 2:6 zugunsten der SG H2Ku genug gesehen und verordnete seinem Team eine Auszeit. Nicht, um große Umstellungen vorzunehmen, wohl aber um den Aufsteiger wieder aufs eigene Spiel zu fokussieren. Was dann auch schnell gelang. Vier Tore in Folge und das Spiel war wieder offen. Es war die Zeit, in der die SG H2Ku vor allem an seiner eigenen schlechten Chancenverwertung zu knabbern hatte. Selbst beste Kontermöglichkeiten blieben ungenutzt.

 

Da auch die Hausherren, die mit Hendrik Wiesner ebenfalls einen herben Ausfall zu verkraften hatten, immer wieder an der Gästeabwehr abprallten, entwickelte sich ein torarmes Spiel bis zum Halbzeitpfiff. Das 10:11 für die SG H2Ku schmeichelte dabei aber eher noch etwas dem Aufsteiger.

 

Der zweite Abschnitt begann nun ähnlich wie das erste Auswärtsspiel der Job-Sieben in Sandweier. Schnell schaffte der SV Remshalden den Ausgleich und ging beim 13:12 nach 35 Minuten erstmals in Führung. Wer nun befürchtet hatte, die SG H2Ku breche mental oder kräftemäßig im zweiten Durchgang ein, konnte sich auf eindrucksvolle Weise eines Besseren belehren lassen. Innerhalb von nur fünf Minuten drehte der neue Spitzenreiter der Oberliga den Rückstand in ein eigenes 17:14. Fast schon symptomatisch sprechen die Torschützen für den Spielfilm der Partie. Marvin Seeger und Alexander Zürn bestätigten einmal mehr ihre momentane Form von außen. Max Fuhrmann, der unter der Woche mit dem Training pausieren musste, führte über fast sechzig Minuten klug Regie. Und Jan Kussmann stand stellvertretend für all die jungen Spieler, die nun Verantwortung übernehmen mussten und dies auch taten.

 

Ein nunmehr immer mehr auftauender Cornelius Maas im Angriff tat nun sein Übriges, den Gäuclub in Richtung Siegerstraße einbiegen zu lassen. Trotzdem war gestern das Prunkstück und der Generalschlüssel zum Sieg die Abwehrarbeit. Im Vorfeld war schon klar gewesen, dass es nur über die Defensive gehen würde. Wie aber dann über die gesamte Spielzeit die Mannschaft als verschworenes Team füreinander kämpfte, dürfte Alexander Job die größte Genugtuung bereitet haben.

 

Trotzdem fiel die Entscheidung erst spät. Beim 19:20 nach 50 Minuten war der SV Remshalden noch auf Tuchfühlung, acht Minuten später ohne eigenen Torerfolg, dann nicht mehr. Da leuchtete ein 19:26 von der Anzeigetafel. Vielleicht fiel der Erfolg der Gäste mit 22:27 am Ende um ein oder zwei Tore zu hoch aus, verdient war er aber allemal. Und so konnte die Mannschaft nach Spielende erschöpft, aber zufrieden mit den zahlreich angereisten Anhängern die Tabellenführung feiern.

Am Dienstag geht es dann bereits weiter. Dann empfängt die SG H2Ku Herrenberg um 16 Uhr den TSB Schwäbisch Gmünd.

 

Bilder zum Spiel gibt es auf unserer Facebookseite.

 

 

 

-pg-

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