SG hat keinen Plan B für die Offensive

Auch für Sascha Marquardt gibt es kein Durchkommen gegen die starke Abwehr des TSV Deizisau / Foto: Gebhardt

 

SG H2Ku unterliegt nach teils desolater Angriffsleistung gegen den TSV Deizisau mit 25:29 verspielt damit die letzte realistische Aufstiegschance

 

Für die SG H2Ku Herrenberg ist der Zug Richtung Dritte Liga seit gestern Abend wohl endgültig abgefahren. Im schwächsten Saisonspiel unterlag die Sieben von Coach Alexander Job dem Tabellenschlusslicht TSV Deizisau in eigener Halle mit 25:29 (8:15). Was die 450 Zuschauer dabei am meisten überrascht haben dürfte, war die Tatsache, dass der abstiegsbedrohte TSV dem Tabellenvierten aus Herrenberg in allen Belangen überlegen war.

 

Es war eine Art Schockstarre, die sich am gestrigen Abend schon vor dem Abpfiff der Partie zwischen der SG H2Ku Herrenberg und dem TSV Deizisau über die Markweghalle legte. Eigentlich sollte das Spiel gegen den Tabellenletzten eine Fortsetzung der letzten Wochen sein, in der die Job-Sieben immerhin 11:1 Punkte eingefahren hatte und sich damit vollkommen zurecht in der Spitzengruppe der Oberliga Baden-Württemberg festgesetzt hatte. Aber genauso zurecht gingen die Punkte gestern an den TSV Deizisau, der sich damit im Abstiegskampf eindrucksvoll zurückmelden konnte. Und so war es auch wenig verwunderlich, dass es nach dem Schlusspfiff kaum einen Akteur der Gastgeber auf dem Parkett der Markweghalle hielt, während die Gäste ihr Glück kaum fassen konnten.

 

Für die Leistung der vorangegangenen sechzig Minuten fand Alexander Job allerdings genügend Worte. Der Trainer der SG H2Ku war auch noch weit nach Spielende vollkommen bedient vom Auftritt seiner Spieler. Damit er sich richtig verstanden fühlt: Ihm ging es nicht um irgendwelche Platzierungen, im Gegenteil. Das nach eigener Aussage „Aufstiegsgerede“ war ihm ohnehin oft suspekt, die Leistung seines Teams stand und steht weit mehr im Vordergrund. Dass er mit seiner Zurückhaltung gegenüber Liga Drei nun vollkommen im Recht sein sollte, dürfte allerdings auch kaum im Interesse Jobs gewesen sein.

 

Schon der Beginn gehörte klar den Gästen aus Deizisau. War nach dem 2:5 nach acht Minuten kaum Nervosität auf den Rängen spürbar, änderte sich dies spätestens zehn Minuten später. Als nach achtzehn Minuten ein 3:9 von der Anzeigetafel leuchtete, war auch dem letzten in der Halle klar, dass ein Erfolg über das Kellerkind der Liga mehr als schwer werden würde. Es war auch der Zeitpunkt im Spiel, als für einen Außenstehenden nicht erkennbar war, wer hier Aufstiegsaspirant und wer die rote Laterne trägt. Alexander Job brachte es später auf den Punkt: „Von unserer Seite war das heute kein Oberliganiveau“. Was den Cheftrainer besonders geärgert haben dürfte, war die Umsetzung seiner Vorgaben, oder eher deren Nichtumsetzung. „Alles, was in der Woche im Training besprochen wurde, wurde nicht eingehalten“.

 

Ganz anders hingegen war dies beim Gegner. Mit einer einfachen, aber effektiv ausgeführten Taktik reiste der Gast nach Herrenberg. „Wir wussten um die Wichtigkeit von Maas und Dürner für das Spiel von Herrenberg. Deshalb mussten wir vor allem diese Akteure aus dem Spiel nehmen“. Immer wieder wurden beide Spieler früh attackiert. Diese offensive Variante schmeckte den Hausherren offensichtlich überhaupt nicht. Während die SG H2Ku im Angriff so immer wieder zu überhasteten Abschlüssen gezwungen wurde, nutzte der TSV Deizisau die daraus resultierenden Konterchancen weidlich. „Wir hatten im Angriff einfach keinen Plan B zur Hand. Griff die Taktik von Deizisau, hatte das Team keine Lösung zur Hand“, ärgerte sich Alexander Job. Und so machte sich zur Halbzeitpause beim 8:15 ungläubiges Staunen unter den Zuschauern in der Halle breit.

 

Die große Aufholjagd sollte dann eigentlich in Hälfte zwei beginnen. Davon war zunächst aber zunächst erst einmal wenig zu sehen. Die sieben Treffer Distanz zwischen beiden Teams hatte auch beim 10:17 (37.) noch Bestand. Die folgenden sieben Minuten ließen dann allerdings die Markweghalle kochen. Als nach 44 Minuten beim 17:19 der Rückstand auf nur noch zwei Tore reduziert war, glaubten nicht wenige der einheimischen Zuschauer an die Wende im Spiel. Dies taten aber eventuell auch viele der Spieler auf dem Parkett. Wie durch einen Schalter umgelegt trat wieder jene, von Alexander Job als Lethargie bezeichnete Spielweise an den Tag. Denn schon sechs Minuten später war beim 18:24 (51.) die Vorentscheidung gefallen. „Entscheidend war, dass die Spieler bewegungsfaul waren und wir gerade im Angriff kaum eins gegen eins Situationen gewinnen konnten“, so der sichtlich angefressene  Gastgebercoach. Dass zudem in der Defensive vor allem das Deizisauer Kreisspiel nie unter Kontrolle gebracht werden konnte, trug sein Übriges zum ernüchternden Spielstand bei.

 

Auch wenn nun endlich auch die Außen ins Spiel eingebunden wurden, änderte dies zwar etwas an deren Torstatistik, für einen Punktgewinn war das trotzdem viel zu spät angelegte Spiel in die Breite nicht mehr von Belang. Am Ende war das 25:29 für den TSV Deizisau mehr als verdient. Auch dies war ein Aspekt, den Alexander Job etwas desillusioniert aus dem Abend entließ. „Vielleicht ist es dann auch eine Qualitätsfrage, wenn wir solche Spiele verlieren. Mit dieser Leistung braucht man in der Dritten Liga sowieso nicht anzutreten“. Über dieses Thema wollte aber ohnehin gestern niemand mehr in der Markweghalle reden.

 

Bilder zum Spiel gibt es auf unserer Facebookseite.

 

 

 

 

-pg-

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