Viertelstündiger Blackout besiegelt schmerzhafte Niederlage

Physisch und psychisch war das Spiel für die SG schmerzhaft, wie hier bei Sascha Marquardt / Foto: Gebhardt

 

SG H2Ku erleidet im Kampf um einen Spitzenplatz in der Oberliga beim 29:31 in Schwäbisch Gmünd einen herben Rückschlag

 

Mit einer enttäuschenden Niederlage kehrte die SG H2Ku Herrenberg am Samstag von ihrem Gastspiel beim TSB Schwäbisch Gmünd zurück. Das 29:31 (13:15) bei den abstiegsgefährdeten Gmündern beließ das Gäuteam zwar auf dem fünften Tabellenplatz, der Rückstand auf einen Aufstiegsplatz beträgt aber nun stattliche vier Punkte. Schon wie im Vorjahr könnte somit eine Niederlage in Schwäbisch Gmünd der Anfang vom Ende möglicher Aufstiegsträume sein.

 

Die erste schlechte Nachricht ereilte die SG H2Ku schon einige Stunden vor dem Anpfiff. Cheftrainer Alexander Job musste sich kurzfristig mit einem fiebrigen grippalen Infekt für das wichtige Spiel in Schwäbisch Gmünd abmelden. Seinen Part übernahm dessen Co-Trainer. „Auch wenn wir vor dem Spiel kaum miteinander reden konnten, war das eigentlich kein Problem. Alex hatte das Team gut auf den Gegner einstellen können“, so Markus Guse. Dass aber auch er im Vorfeld nicht alle Eventualitäten einplanen konnte, sollte sich im Laufe der umkämpften Partie noch zeigen.

 

Zuerst deutete aber kaum etwas auf die kommenden turbulente Partie hin, denn auf dem Spielfeld der Gmünder Sporthalle tat sich erst einmal herzlich wenig. Auch wenn beide Teams bemüht waren, schnell ins Spiel zu kommen, bestimmten zahlreiche Fehler auf beiden Seiten die Szenerie. Meist lief es so ab, dass die durchaus nicht vor Selbstbewusstsein strotzenden Gastgeber ihre knappen Führungen durch technische Fehler nicht weiter ausbauen konnten und auf der Gegenseite die SG H2Ku dies nicht rigoros ausnutzte. So ging es in der ersten Halbzeit fast im Gleichschritt durch die Partie. Gingen die Hausherren in Führung, glich der Gast aus. Leistete sich der TSB einen Fehler, taten die Spieler von Coach Markus Guse ihnen den Gefallen, dies nicht zu zur eigenen Führung bestrafen. Den Vorwurf, den sich die Gäste hier vor gefallen lassen müssen, ist die fehlende Konsequenz, mit der die Dürner, Maas und Co in dieser Phase agierten.

 

Spätestens nach einer Viertelstunde war auch den Gastgebern klar, dass die SG H2Ku am gestrigen Abend durchaus zu schlagen war. Trotzdem begegneten sich bis zur 25. Minute beide Mannschaften auf Augenhöhe. Dann erzielte Christian Rau, der sich als einziger Rückraumspieler am gestrigen Abend ein gutes Zeugnis ausstellen lassen konnte, das 13:12 für seine Farben. Leider war dies nicht das Wecksignal für den Tabellenfünften, sondern für die Gmünder, die nun ihrerseits die Chance zur Führung beim Schopfe packten. Zwei Mal Nico Krauß und mit Aaron Fröhlich der Dreh- und Angelpunkt des TSB schraubten kurz vor dem Seitenwechsel  das Ergebnis auf ein zunächst schmeichelhaftes 15:13 für Schwäbisch Gmünd.

 

Dies sollte allerdings erst der Anfang eines viertelstündigen Blackouts des Tabellenfünften aus Herrenberg sein, den der TSB Schwäbisch Gmünd seinerseits zu einem wahren Spielrausch nutzte. Unterstützt durch drei Zeitstrafen, bei den die Gastgeber extrem effektiv agierten, gelang im Angriff des TSB nahezu alles. Die SG H2Ku indes verfiel in Hektik und verzweifelte ein ums andere Mal an Torhüter Philipp Neukamm im Gehäuse des Tabellenzwölften. Unter dem Jubel der 450 Zuschauer und den ungläubigen Blicken der mitgereisten SG- Fans schraubte der TSB das Ergebnis auf 24:16.

Markus Guse hatte nach 42 Minuten mehr als genug gesehen und zitierte sein Team zur Auszeit. Der Trainer beorderte Sascha Marquardt auf die Deckungsspitze, Dominic Rose nahm fortan Aaron Fröhlich mittels Manndeckung aus dem Spiel.

 

Nach einem weiteren Gegentor zum 25:16 glaubte aber wohl niemand mehr an eine Wende im Spiel. Und auch Markus Guse war zu diesem Zeitpunkt klar, dass für einen Punktgewinn „von nun an alles klappen müsste“. Und es klappte auch plötzlich fast alles. Aber eben nur fast. Die Gastgeber wurden ihrerseits bei jedem Gegentor etwas nervöser, was die SG eiskalt ausnutzte. Der spürbare Ruck, der nun durch die Mannschaft ging, brachte zunächst das 26:20 nach 48 Minuten. Der zur zweiten Hälfte eingewechselte Marvin Heinz entschärfte im Tor der Gäste zudem mehrere Bälle. Über ein 27:23 nach 52 Minuten war die SG H2Ku plötzlich drei Minuten beim 30:28 und eigenem Ballbesitz wieder voll im Geschäft. Doch der Angriff verpuffte, auch der TSB verzog den nächsten Ball. Die Entscheidung fiel dann eine Minute vor dem Ende, als Christian Dürner per Siebenmeter scheiterte und den Anschlusstreffer verpasste. Im Gegenzug machte es Dominik Sos aus der gleichen Entfernung für die Gastgeber besser und machte den Sack für den umjubelten Heimsieg endgültig zu.

 

Auch wenn Markus Guse sicher einen Punkt gerne mitgenommen hätte, stellte aber auch er nach Spielschluss fest: „Ein Remis wäre vielleicht sogar des Guten etwas zu viel gewesen“. Klar war aber auch für den Vertretungschef gestern, dass „wir nun kommende Woche in Weinsberg unter Zugzwang stehen, wenn wir im Aufstiegsrennen noch ein Wort mitreden möchten“.

 

Mehr Bilder zum Spiel gibt es auf unserer Facebookseite.

-pg-

 

Große Enttäuschung bei den Gästen nach dem Schlusspfiff

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